Für ein artgerechtes Leben ohne unnötiges Leid

Tierschutz

Tierschutz

Tierschutz ist für uns kein Lippenbekenntnis. Deshalb hat Bremen mit grüner Regierungsbeteiligung als erstes Bundesland ein Verbandsklagerecht für TierschützerInnen eingeführt. Das Verbot von Wildtieren im Zirkus steht ebenso weiter auf der Agenda wie ein neues Tierschutzgesetz und die Bekämpfung von Missständen in der Massentierhaltung.

Multiresistente Keime werden zunehmend auf Fleischprodukten gefunden und erschüttern das Vertrauen der VerbraucherInnen. Insbesondere gegen Antibiotika resistente Keime stellen ein Risiko für die menschliche Gesundheit dar. Der intensive Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung begünstigt die Ausbreitung von resistenten Keimen. Nötig ist ein neues Tiergesundheitsgesetz, das auch Tierarzneimittel umfasst. Die Massentierhaltung, bei der die Tiere zu Industrieprodukten degradiert werden, muss verboten und beendet werden. Wir drängen im Bund auf die Kennzeichnungspflicht der Haltungsform aller tierischen Erzeugnisse, wie das bei Eiern schon lange der Fall ist. Ein Antrag der Koalition fordert den Senat auf, sich für ein bundesweit einheitliches Label einzusetzen, das Auskunft gibt über die Umstände, unter denen ein Tier gehalten wurde. Ersichtlich soll dabei auch werden, wo ein Tier aufgezogen, geschlachtet und verarbeitet wurde.
 
Zwar hat auch der Bundesrat längst ein Verbot von Wildtieren in Zirkussen gefordert. Doch die Bundesregierung weigert sich bis heute, das Verbot in Gesetzesform zu gießen. Wir Grünen meinen: Tiere sind nicht dafür da, uns Menschen zur Belustigung zu dienen. Eine artgerechte Wildtierhaltung ist im Zirkus nicht möglich. Die Enge der Käfige und der generelle Bewegungsmangel verursachen großen körperlichen und seelischen Stress. Ein Löwe durchstreift in freier Wildbahn ein Quartier von bis zu 400 Quadratkilometern, die wenigen Quadratmeter in einem Transportkäfig sind da kein Ersatz. Auch die Dressur im Zirkus lässt am artgerechten Umgang zweifeln: Ein Elefant würde in freier Wildbahn nie einen Kopfstand machen. Deshalb setzen wir uns weiter dafür ein, das Auftreten von Zirkussen mit Wildtieren auf öffentlichen Plätzen zu verhindern. Der Zirkus als Kulturgut kann auch ohne Wildtiere erhalten bleiben, wie etwa der 'Cirque du Soleil' unter Beweis stellt.
 
Wir treten gegen die Affenversuche an der Uni Bremen ein. Tierversuche dürfen nur durchgeführt werden, wenn sie ethisch vertretbar und unerlässlich sind. Mit der Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz (Artikel 20a) hat das Verfassungsrang bekommen. Die Forschungsfreiheit ist für die Grünen ein hohes Gut, das Staatsziel Tierschutz aber auch. In dieser Abwägung sind die Affenversuche an der Bremer Universität aus unserer Sicht aus ethischen Gründen nicht vertretbar, auch wenn die Gerichte die Affenversuche weiterhin als zulässig erachtet haben.
 
Uns ist Tierschutz ein wichtiges Anliegen. Deshalb hat Bremen mit grüner Regierungsbeteiligung als erstes Bundesland das Verbandsklagerecht für TierschützerInnen eingeführt. Auch Tiere brauchen einen Anwalt, der für sie vor Gericht eintreten kann, wenn ihre Rechte mit Füßen getreten werden. Der Bund und das Land haben den Tierschutz in ihre Verfassungen geschrieben. Jetzt ist es im Bundesland Bremen erstmals möglich, gerichtlich prüfen zu lassen, ob die Verantwortlichen sich auch daran halten. Stellt das Gericht fest, dass eine Behörde bei ihren Entscheidungen gegen das geltende Tierschutzrecht verstoßen hat, muss sie das bei zukünftigen Entscheidungen zu Gunsten der Tiere berücksichtigen.