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Welttag der Suizidpävention: „Lasst uns mehr und offen darüber reden!“

Runder Tisch und Kommunale Suizidpräventionsstrategie beginnen zu wirken

An diesem Donnerstag ist der Welttag der Suizidprävention. Auf Initiative der Bremer Grünen wurde eine Kommunale Suizidpräventionsstrategie auf den Weg gebracht. „Selten heißt es bei einem suizidgefährdeten Menschen: ‚Ich will nicht mehr leben‘ – sondern eher ‚ich will so nicht mehr leben‘“, hält der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft, Ralph Saxe, fest. „Genau da soll die Hilfe in Bremen und Bremerhaven ansetzen: Es soll Hilfsangebote und Ansprechbarkeit rund um die Uhr geben. Denn oft ist das Zeitfenster einer akuten Suizidgefährdung kurz.“

Verstärkte Beachtung muss auch Orten wie Bahnstrecken oder Parkhäusern gelten: „Potenzielle Orte für Suizide müssen besser gesichert werden. Wichtig ist dazu eine bessere Datenlage, um die wir uns in Bremen und Bremerhaven bemühen“, erklärt Saxe. „Und das Thema Suizid muss heraus aus der Tabuzone: Lasst uns mehr und offen darüber reden!“, appelliert der grüne Gesundheitspolitiker.

In kurzer Zeit konnte in Bremen auf Initiative des Gesundheitsressorts und des Gesundheitsamtes einiges umgesetzt werden. Inzwischen hängen in vielen Arztpraxen und in vielen öffentlichen Einrichtungen Plakate mit Informationen zum Nationalen Suizidpräventionsprogramm für Deutschland (NaSPro) mit einem QR-Code des Bremer PsychNavy. Die Netzwerke zur Suizidprävention sind in Bremen als Runder Tisch gegründet und in Bremerhaven auf den Weg gebracht und werden von den jeweiligen Gesundheitsämtern koordiniert.

Auch für 2027 sind schon Veranstaltungsplanungen angelaufen. „Unser Ziel sollte sein, den Welttag im kommenden Jahr breit zu kommunizieren und gemeinsam öffentlichkeitswirksam zu gestalten, ähnlich wie die Suchtwoche“, so Saxe. So plant die Psychotherapeutenkammer spezialisierte Schulungen für Kinder- und Jugend-Psychotherapeut*innen und Hausärzt*innen. Das Gesundheitsamt Bremen ist im Gespräch mit der Deutschen Bahn über die bessere Sicherung von Gleisanlagen.

Schon in diesem Jahr findet zum Welttag der Suizidprävention in Bremen am 11.09.2026 um 18 Uhr in der Kirche Unser Lieben Frauen ein ökumenischer Gottesdienst mit Kanzelrede statt, gemeinsam ausgerichtet von der Bremischen Evangelischen Kirche und der Katholischen Kirche in Bremen. „Es ist sehr wichtig, dass immer mehr gesellschaftliche Akteure zu dem sensiblen und berührenden Thema aktiv werden“, sagt Ralph Saxe: „Wir freuen uns über viele weitere Ideen, Hinweise und Vorschläge, wie und womit wir Suizidgedanken begegnen können, bevor sie zu tragischen, tödlichen Entschlüssen werden.“

 

HINWEIS:
Sollten Sie selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, suchen Sie sich bitte umgehend Hilfe.
Bei der anonymen Telefonseelsorge finden Sie rund um die Uhr Ansprechpartner*innen.
Telefonnummern der Telefonseelsorge: 0800/111 0 111 +  0800/111 0 222 
www.telefonseelsorge.de
Telefonberatung für Kinder und Jugendliche: 116 111  www.nummergegenkummer.de