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Verbot ist keine Lösung: Radverkehr- und Bahnverkehr gehören zusammen

Sonderfahrten und -waggons stünden der Bahn und der Fahrradstadt Bremen besser als Mitfahrverbote

Ein Fahrrad-Verbot ausgerechnet in der Bahn, ausgerechnet in der Fahrradstadt Bremen ist keine gute Werbung für den Standort Bremen und auch keine für Kurztrips mit der Deutschen Bahn. „Die Wochenenden um Himmelfahrt und Pfingsten sind eine willkommene Möglichkeit, Gelegenheits-Bahnreisende von den Vorzügen des Schienenverkehrs für die Reise von und nach Bremen zu überzeugen, und zugleich die Fahrradstadt und ihre Vernetzung in der Region zu preisen“, wundert sich der verkehrspolitische Sprecher der Grünen in der Bremischen Bürgerschaft, Ralph Saxe: „Stattdessen sperrt die Bahn Rad-Ausflügler*innen in ihren Regionalzügen auf den Strecken von Bremen nach Hannover, Osnabrück und Bremerhaven alternativlos einfach aus – und das, gerade weil sie den gesteigerten Bedarf offenbar verlässlich sieht und erwartet!“

„An den ersten warmen Tagen und verlängerten Wochenenden bieten sich wunderbare Gelegenheiten für sanften Nah-Tourismus. Touren mit Rad und Bahn sind in allen Altersgruppen beliebt und eine tolle Werbung für die Region. Unkomplizierte Radmitnahme wertet touristische Regionen auf und wäre ein riesiger Image-Booster für die Bahn“, sagt der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Ralph Saxe. „Dafür sollten sich auch die Verkehrssenatorin und die Wirtschaftssenatorin im Interesse des Stadtmarketings einsetzen und mit der Bahn das Gespräch und Lösungen suchen, wie solche Gelegenheiten gestärkt statt verboten werden! Die Alternative wird für viele wohl das Auto sein – inklusive Anreiseverkehr, Staus und Parkplatz-Sucherei vor Ort. In Zeiten hoher Spritpreise ist das eine besonders wenig verlockende Option.“

Barrierefreiheit und Fahrradmobilität nicht gegeneinander ausspielen!

„Menschen mit Gepäck, Rollstuhl oder Kinderwagen haben bei der Bahn immer Vorrang“, erinnert Saxe an die Gründe für die Einschränkungen „ - aber Barrierefreiheit lässt sich nicht durch Nutzungsverbote herstellen. Die Bahn ist aufgefordert, ihre Verkehre nach dem tatsächlichen Bedarf zu sortieren, zu lenken und zu bedienen.“

„Die gegenseitige Rücksichtnahme funktioniert im Bahn-Alltag ja in der Regel schon gut“, ergänzt der Bremerhavener Grünen-Abgeordnete Michael Labetzke, der selbst regelmäßig mit Rad und Zug pendelt. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Bahn hier bei erwartbarem Bedarf keine zusätzlichen Kapazitäten mobilisierten kann und stattdessen die Rad-Reisenden einfach mit einem Verbot aussperrt.“  Die hohe Auslastung der Züge zeige, dass die Stecken beliebt sind. „Gerade an Feiertagen müssen Sonderfahrten, zusätzliche Waggons mit Rad-Abteilen oder besondere Reservierungs-Optionen angeboten werden. Die NordWestBahn bittet auf ihrer Website zum Beispiel um Voranmeldung, insbesondere für Gruppen. Es bleibt zu hoffen, dass auch die DB sich hier bewegt und ihre Beliebtheit bei umweltbewussten Radtourist*innen nicht verspielt.“