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Soziale und kulturelle Einrichtungen durch CO2-Kompensation von Behörden-Dienstreisen fördern!
Zur Gegenfinanzierung sollten Senat und Behörden auf Flüge in der Business Class verzichten
Philipp Bruck, Sprecher für Klima-, Energie-, Haushalts- und Finanzpolitik der Grünen in der Bremischen Bürgerschaft, fordert für die Zukunft eine deutliche Korrektur bei der Kompensation des CO₂-Ausstoßes bei Dienstreisen von bremischen Behörden. „Es ist gut, dass Bremen für Dienstreisen angesichts ihrer Klimawirkung einen Beitrag in den Klimafonds leistet. Der aktuell aufgerufene Betrag muss allerdings dringend korrigiert werden: Während das Umweltbundesamt die Schäden, die durch eine einzige Tonne CO₂ verursacht werden, derzeit mit 350 bis 1.000 Euro angibt, werden durch den Senat auch zukünftig nur 25 Euro pro Tonne in den Klimafonds abgeführt. Dadurch wird nicht nur ein weitaus geringerer Schaden suggeriert – auch die Anreizwirkung, die eine verpflichtende Kompensationszahlung haben soll, fällt viel zu gering aus.“ Bei einer Überarbeitung des Bremer Modells für eine wirkungsvolle Kohlendioxid-Kompensation von Dienstreisen für die Zukunft, die der Senat heute angekündigt hat, müsse die Kompensation daher auf die vom Umweltbundesamt angegebenen Folgekosten angepasst werden, die der Klimaaktionsplan des Senats als CO₂-Schattenpreis vorsieht.
„Profitieren würde davon nicht nur das Klima, sondern vor allem Energieeffizienz- und Klimaschutz-Projekte sozialer und kultureller Einrichtungen, denn sie sind diejenigen, bei denen die Gelder aus dem Klimafonds am Ende landen“, so Bruck. „Gerade diese Einrichtungen haben es schwer, selbst Klimaschutzmaßnahmen zu finanzieren. Eine deutlich höhere Kompensation würde also an der richtigen Stelle landen und von der Kita bis zum Theaterhaus für mehr Klimaschutz und sinkende Betriebskosten sorgen. Wenn der Senat aber wie bisher bei der CO₂-Kompensation spart, spart er also bei Kitas, Kultur und Sportvereinen. Zur Gegenfinanzierung einer Win-Win-Maßnahme für Klimaschutz und Soziales sollte der Senat seine Dienstreiseregeln für die bremischen Behörden anpassen, sodass lange Flüge nicht mehr in der Business Class gebucht werden“, schlägt der Klima- und Finanzpolitiker Bruck vor. „Das spart nicht nur Geld, sondern auch erheblich Treibhausgasemissionen, denn Business-Class-Flüge verursachen ein Vielfaches der Klimaschäden eines Economy-Class-Fluges.“