Bildung | Demokratie und Bürgerbeteiligung

„Respekt Coaches“ müssen in den Schulen weiter für die Demokratie werben

Die Bundesregierung will das Bildungsprogramm einstellen.

Neben vielen anderen Projekten und Programmen hat die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD auch für das erfolgreiche, aber schon mehrfach infrage gestellte Projekt „Respekt Coaches“ bisher keine klaren Pläne erkennen lassen – jetzt soll es zum Jahresende auslaufen. Die Coaches helfen auch in Bremen den Schulen, junge Menschen für demokratische Werte und Prozesse zu begeistern und autoritäre oder extremistische Ideologien zu hinterfragen. Sie fördern Toleranz und Vielfalt, Demokratieverständnis und Teilhabe. Weil es aktuell weder für die Anbieter noch für die Schulen noch für die Zielgruppe der Schüler*innen klare Perspektiven gibt, hat die Bürgerschaftsfraktion der Grünen dazu Fragen an den Bremer Senat gestellt.

Die Antworten des Senats und die Rückmeldungen aus Bremens Schulen zeigen deutlich: Die „Respekt Coaches“ verbessern das Klassenklima und den Zusammenhalt maßgeblich. „Sie stärken die Schulen als Orte der Demokratie“, lobt Franziska Tell, bildungspolitische Sprecherin der grünen Bürgerschaftsfraktion: „Ein so vielfältiges Programm, das auch aktuelle Konflikte und Situationen aufgreift und Schüler*innen im Umgang damit unterstützt, muss unbedingt weitergehen! Wir erwarten von der Bundesregierung, das bisher befristete Modellvorhaben jetzt in ein langfristiges Projekt zu überführen, statt es einzustellen. Die präventive Wirkung des Programms, die aufgebauten Strukturen und die guten Kontakte zwischen Pädagog*innen, Schüler*innen und den Akteur*innen des Programms müssen gesichert werden.“

Die Grünen-Innenpolitiker*in Kai Wargalla, Sprecher*in für Kulturpolitik und Strategien gegen Rechtsextremismus, ergänzt: „Wer unsere Demokratie stärken und Extremismus wirksam begegnen will, darf nicht bei Demokratiebildung und Prävention kürzen! Denn demokratische Werte und gesellschaftlicher Zusammenhalt entstehen nicht von allein. Die Respekt Coaches entwickeln und stärken schon in der Schulzeit demokratisches Miteinander, bevor sich menschenfeindliche Haltungen und Attitüden verfestigen können. Junge Menschen lernen, unterschiedliche Meinungen auszuhalten, eine eigene Haltung zu entwickeln und ihre Selbstwirksamkeit wahrzunehmen. Ein Beenden dieses Programms würde wichtige Präventionsstrukturen schwächen – sowohl Lehrkräfte als auch Schüler*innen würden allein gelassen. Das ist genau die falsche Antwort auf das Erstarken rechtsextremer Einstellungen und menschenfeindlicher Ideologien. Der Kahlschlag der Bundesregierung beim Förderprogramm „Demokratie leben“ darf nicht in weiteren Programmen weitergetrieben werden. Wenn diese Demokratie wehrhaft sein soll, dann muss Präventionsarbeit langfristig und verlässlich finanziert werden.“