Wissenschaft

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Hochschulen und Wissenschaft in Bremen und Bremerhaven tragen entscheidend zur Entwicklung und zum Strukturwandel unserer beiden Städte bei. Sie sind bedeutende Innovationsmotoren für das Land Bremen. Durch sie ist es gelungen, zahlreiche zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen. Die Ausbildung einer hohen Zahl gut qualifizierter Hochschulabsolventinnen und –absolventen wird auch in Zukunft eine zentrale Rolle für die Entwicklungsfähigkeit unseres Landes spielen.

Die Hochschulen in Bremen und Bremerhaven haben in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen Hervorragendes geleistet. Diese Arbeit wollen wir unterstützen und unsere Aufmerksamkeit weiterhin auf gute Lehre und Ausbildung richten. Angesichts des demographischen Wandels und Fachkräftemangels ist der gut ausgebildete Nachwuchs wichtig. Deshalb haben wir das millionenschwere Programm „Gute Lehre“ verstetigt. Gleichwohl wissen wir um die weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen, unter denen die Lehre an den Hochschulen stattfindet. Neben dem Einfordern einer stärkeren Beteiligung des Bundes an der Hochschulfinanzierung wirken wir im Rahmen der begrenzten Bremer Haushaltsmöglichkeiten darauf hin, die Bedingungen schrittweise weiter zu verbessern. Für die Weiterentwicklung unserer Universität und unserer öffentlichen Hochschulen sichern wir die konsequente Umsetzung des Wissenschaftsplans 2020 finanziell ab. Dazu gehören die Übernahme von Tarifsteigerungen und die Fortsetzung der baulichen Maßnahmen zum Abbau des erheblichen Sanierungsstaus. Wir legen einen Zukunftsfonds für Studium und Lehre auf, der jährlich 2,9 Millionen Euro umfasst.

Die Digitalisierung birgt gerade auch für Hochschulen ein großes Potenzial. Dabei spielt insbesondere die freie Verfügbarkeit von Informationen und ihre Zugänglichkeit eine große Rolle. Auf grüne Initiative setzt sich der Senat auf Bundes- und EU-Ebene für eine bildungs- und wissenschaftsfreundliche Reform der Urheber-, Nutzungs- und Verwertungsrechte im Wissenschaftsbereich ein. Außerdem sollen öffentlich geförderte Forschungsergebnisse als Open Data und Open Access kostenfrei im Internet allen zugänglich gemacht werden.

Mit grüner Regierungsbeteiligung werden die Beschäftigungsbedingungen insbesondere für den akademischen Mittelbau verbessert. Nach der jüngsten Novelle des Bremischen Hochschulgesetzes steht wissenschaftlichen MitarbeiterInnen fortan mehr Zeit für die Weiterqualifikation zur Verfügung. Sie haben Anspruch darauf, mindestens ein Drittel ihrer Arbeitszeit dafür zu verwenden. Auch wird die Karriere planbarer: Vor dem Auslaufen von Verträgen soll frühzeitig über eine mögliche Verlängerung entschieden werden. Geregelt sind nun auch sog. 'Tenure Tracks' - dadurch können JuniorprofessorInnen nach einer befristeten Bewährungszeit eine Lebenszeitprofessur an der eigenen Hochschule erhalten.

Forschung und Lehre müssen als Einheit begriffen werden und sich gegenseitig befruchten. Erkenntnisse aus der Forschung müssen in der Lehre vermittelt werden. Schließlich sollen AbsolventInnen die Hochschulen mit dem neuesten Forschungsstand im Gepäck verlassen. Wir wollen, dass mehr junge Menschen an die Hochschulen gehen und eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung machen können. Die Möglichkeiten, ein Studium aufzunehmen, sollen für beruflich qualifizierte Menschen ohne Abitur oder Fachhochschulreife erweitert werden. Zudem sollen berufliche Kompetenzen im Studium besser angerechnet werden.
 
Keine andere Institution zieht so viele kreative Köpfe nach Bremen wie die Hochschulen. Sie bilden damit einen stetig nachwachsenden Pool von Kreativität und Kompetenz. Es sind die Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die erheblich zu einem Klima von Kreativität und Toleranz beitragen, das wichtig ist, um den Stadtstaat prosperieren zu lassen. Wir wollen deshalb Strukturen schaffen, die dazu beitragen AbsolventInnen und WissenschaftlerInnen dauerhaft in Bremen und Bremerhaven zu halten.

Derzeit ist die Anzahl günstiger Singlewohnungen in Bremen begrenzt. Das stellt gerade auch Dtudierende bei der Wohnungssuche vor große Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund haben wir mit den Haushalten 2018/19 den Bau von vier Studiwohnheimen beschlossen. Sie sollen in räumlicher Nähe zu den Hochschulen in Horn-Lehe, Neustadt/Woltmershausen, Walle/Gröpelingen und Bremerhaven entstehen. Um kurzfristig weitere Wohnheimplätze zu schaffen, investieren wir in das Studierendenwohnheim 'Ellener Hof' in Osterholz. Die Grünen-Fraktion plädiert ferner dafür, nicht mehr benötigte Jugendhilfeeinrichtungen für junge Geflüchtete, die inzwischen volljährig geworden sind, zu gemischt genutztem Wohnraum für Studis, junge Flüchtlinge und Azubis umzubauen.

Wir sorgen mit der millionenschweren Gebäude-Sanierung von NW2 sowie GW1 und NW1 an der Uni und des Gebäudes FS an der Hochschule für verbesserte Räumlichkeiten. Für die Meereswissenschaften erfolgt der Neubau des Marum III

Nach der weitgehend abgeschlossenen Umstrukturierung hin zu Bachelor- und Masterstudiengängen werden wir daran festhalten, dass der Übergang zu weiterführenden Masterstudiengängen nicht mit Quoten begrenzt wird. Ein vielfältiges Angebot und ein zeitlich übersichtliches und gut organisiertes Studium sind wichtig dafür, dass möglichst viele, die studieren wollen, dies auch tun. Wir sehen allerdings Nachbesserungsbedarf. Stichworte sind: Weniger Prüfungen, weniger Verschulung, mehr Zeit zum Denken, sichere Studienfinanzierung. Mit dem neuen Hochschulgesetz haben wir den Hochschulen die Möglichkeit gegeben, die Verschulung und den Prüfungswildwuchs einzudämmen. Wir haben die Hochschulzulassung für Nicht-Abiturienten erweitert, weil alle jungen Talente eine Chance haben sollen.

Häufig ausfallende Sprechstunden bei einer/m HochschullehrerIn, ungerechte Behandlung bei Prüfungen - bei solchen Problemen sollen sich Studierende künftig an eine neutrale Ombudsperson wenden können, die von ihnen vorgeschlagen und aus dem Kreis der Hochschullehrenden berufen wird. Das hat die Bürgerschaft auf grüne Initiative beschlossen.
 
Niemand soll durch hohe finanzielle Belastungen vom Studium abgehalten werden. Bildung ist ein öffentliches Gut und eine gesellschaftliche Zukunftsherausforderung, die über unsere Innovationsfähigkeit in einer globalisierten Welt mitentscheidet. Deshalb bleibt das Erststudium bis zu einem Masterabschluss gebührenfrei. Im Bund setzen wir uns dafür ein, dass die BAföG-Sätze angehoben und der Kreis von Bezugsberechtigten erweitert wird.
 
Wir wollen eine gerechte Lastenverteilung bei der Hochschulfinanzierung in Deutschland. Bildung ist eine gesamtstaatliche Aufgabe. Insbesondere Haushaltsnotlageländer wie Bremen dürfen dabei nicht alleine gelassen werden. Die Hochschulfinanzierung muss auf gerechte Grundlagen gestellt werden: wir bilden im Land Bremen weit mehr Studierende aus als es viele andere Länder im Vergleich tun. Damit nehmen wir gesamtstaatliche Verantwortung wahr. Ein Haushaltsnotlageland wie Bremen bildet derzeit für das reiche Bayern aus, das nicht genügend Studienplätze zur Verfügung stellt. Auf Initiative der Grünen hat die Bürgerschaft beschlossen, dass sich der Senat im Bund für die Entlastung der Länder bei der Grundfinanzierung der Hochschulen und beim Hochschulbau stark macht.