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Hitze wird Alltag – Klimaanpassung muss auch alltäglich werden
Wir fordern Regeln und Modellprojekte für Fassadenbegrünung / Bund muss soziale Einrichtungen für Klimaanpassung weiter fördern
35, 36, 37 Grad und kaum noch Abkühlung in der Nacht – auch Bremen leidet unter der Hitze. Schon Ende Juni zeigt sich hier die bedrohliche Kraft der Klimakrise. Besonders betroffen von den gesundheitlichen Folgen der aktuellen Temperaturen sind ältere Menschen, Pflegebedürftige, Menschen mit Behinderungen und Kinder. Gerade in den vielen sozialen Einrichtungen in Bremen und Bremerhaven machen sich Bewohner*innen und Pflegekräfte Sorgen um ihre Gesundheit.
Bundesregierung muss Klimaanpassung sozialer Einrichtungen weiter fördern
„Die Bundesregierung muss endlich für eine stabile Finanzierung von Klimaanpassungsmaßnahmen in sozialen Einrichtungen sorgen, damit diese insbesondere in Hitzeschutz investieren können“, fordert Philipp Bruck, der klimapolitische Sprecher der Grünen in der Bremischen Bürgerschaft. „Dass die Bundesregierung aktuell das Gegenteil macht und im Klimaanpassungs-Programm in diesem Jahr keine neuen Fördermittel mehr für soziale Einrichtungen zur Anpassung an die Erderhitzung ausgibt – das passt ins Bild einer Anti-Klima-Regierung – für alle konkret Betroffenen ist es eine echte Gesundheitsgefährdung! Entsiegelungen und Baumpflanzungen, Fassaden- und Dachbegrünungen, die Isolierung der Gebäude und Hitzeschutz an den Fenstern können in Wohnheimen und anderen Einrichtungen die Gesundheit schonen und Leben retten.“
Modellprojekte und Regeln zur Fassadenbegrünung gefordert
Der öffentliche Raum muss insgesamt so gestaltet werden, dass er auch bei Hitze noch erträglich ist. Die Grünen-Fraktion fordert für die nächsten Jahre deshalb mehrere große Modellprojekte zur Fassadenbegrünung in Bremen: „Wenn an exemplarischen Orten wie Schulen und Hochschulen, Kitas und Krankenhäusern sichtbar und spürbar wird, dass Pflanzen die Gebäude und die Straßen kühlen, werden grüne Fassaden in Zukunft zu unserem klimaangepassten Stadtbild gehören wie heute schon die zu schützenden Bäume unserer Städte“, erklärt Ralph Saxe, gesundheits- und umweltpolitischer Sprecher der Grünen. „Neben modellhaften Projekten und den großen Innenstadt-Neubauten wollen wir Fassadenbegrünungen als Klimaanpassung selbstverständlich auch in den Bauregeln zumindest mit einer festen Quote etablieren. Natürliches und lebendiges Grün ist zweifellos die wichtigste Kühlung und Klimaanlage unserer Städte. Deshalb setzen wir uns in Bremen für Baumschutz ein, verbessern die Voraussetzungen für die bestehenden Bäume und werden die Anzahl der Straßenbäume von 75.000 auf 100.000 erhöhen.“
„Auch die Entsiegelung von bisher asphaltierten oder gepflasterten Flächen schreitet voran: In diesem Jahr wurden schon 800 Quadratmeter durch das Projekt „Abpflastern“ für Pflanzen freigemacht – und es sollen noch viel mehr werden!“, so Saxe. Die Zahl der Trinkwasserbrunnen wird in Bremen ebenfalls kontinuierlich ausgebaut – in diesem Jahr sollen etwa 30 über das Stadtgebiet verteilt sein, um kostenloses Wasser für alle anzubieten. „Weil das inzwischen geübte Praxis ist, werden sich die Kosten für die Brunnen reduzieren – so können wir demnächst schneller mehr davon realisieren“, freut sich Saxe.
Stadtumbau für Hitzeschutz nutzen
Bruck und Saxe sind sich einig, dass künftig jede Gelegenheit des Stadtumbaus – bei Neubauten, bei der Sanierung von Kanälen oder Fahrbahnen, bei der Neuordnung des Parkens und in der Stadtentwicklung insgesamt, Klimaanpassung mitgedacht und mitgemacht werden muss: „Einladende und ausreichend dimensionierte Dritte Orte, in denen kostenfrei und ohne Konsumzwang Entspannung und Erholung möglich sind, gehören zur Stadtplanung wie das Trinkwasser für alle, ergänzt Saxe mit Blick auch auf die Innenstadtentwicklung. „Umbauten müssen wir immer auch für das Pflanzen von Bäumen nutzen, die wertvollen Schatten spenden und die lokalen Temperaturen bei starker Hitze spürbar verringern“, sagt Bruck, „und dasselbe gilt für Versickerungsflächen, in denen Regenwasser gesammelt wird, was ebenfalls für Kühlung sorgt.“
Abkühlung bei der CDU dringend nötig
Nötig haben die alle Bremer*innen: „Der Bremer CDU scheint in diesen Tagen die Hitze zu schon zu Kopf gestiegen zu sein: Sie fordert in einem Antrag ausgerechnet jetzt, dass für jeden einzelnen Baum, der irgendwo gepflanzt wird, wo schon mal ein Auto stand, das Parlament angerufen wird. Die Klima-Enquetekommission war offenbar nur eine kurze Episode der Vernunft in der Geschichte der Bremer CDU“, zeigt sich Bruck enttäuscht.