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Grüne begrüßen Expert*innen-Empfehlungen für Kinder in der digitalen Welt

Reine Verbote regeln Nutzung nicht - Verantwortung tragen die Plattformen, die Eltern und der Staat

Die heute vorgestellten Empfehlungen der Unabhängigen Expert*innenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ zur Nutzung von Social Media decken zentrale Forderungen der Grünen-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft ab. Sie bilden eine gute Grundlage, um den Kinder- und Jugendschutz ebenso wie den Schutz aller Nutzer*innen vor Abhängigkeiten und Beeinflussung durch Social Media zu reduzieren. Franziska Tell, kinder- und medienpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, betont: „Besonders erfreulich ist die klare Haltung, dass Risiken und Verantwortung nicht allein bei Kindern oder ihren Eltern liegen können, sondern die Verantwortung bei den Plattformen selbst benannt und reguliert werden muss. Auf EU-Ebene brauchen wir dazu auch eine klare Umsetzung bestehender Regelungen wie des Digital Service Act. Die Kommission fordert richtigerweise, dass die digitale Welt sich an den Rechten, Bedürfnissen und Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen ausrichten müsse und nicht umgekehrt. Denn es darf nicht sein, dass Plattformen mit der Abhängigkeit von unseren Kindern Geld machen!“

Digitalität muss altersangemessen gelernt werden

„Neben der Regulierung der großen Plattform ist Sensibilisierung und Bildung die zentrale Herausforderung. Wie von uns bereits im April gefordert, macht auch die Expert*innenkommission jetzt deutlich, wie wichtig die Beratung von Eltern ist. Eine wohlüberlegte Nutzung von Social Media beginnt nicht mit einem Nutzungsverbot für Kinder und Jugendliche, sondern mit Klarheit, was für welche Altersgruppe angemessen ist und entsprechend nutzbar sein sollte – und was eben nicht. Darum begrüßen wir die Empfehlungen für niedrigschwellige Elternarbeit – auf Augenhöhe und partnerschaftlich - um Eltern bereits ab Geburt ihrer Kinder zu unterstützen, ihre Kinder zu schützen und altersangemessen an die Nutzung digitaler Geräte und Programme, von Chatbots und Social Media heranzuführen. Parallel altersabgestufte Präventions- und Aufklärungsangebote mit Blick auf die seelische und körperliche Gesundheit zu entwickeln, ist ebenso wichtig und richtig wie die Etablierung einer digitalen ‚Kinderjugendwache‘ für Minderjährige“, erläutert Tell die Empfehlungen.

„Jetzt erwarten wir von der Bundesregierung, auf das ausführliche Empfehlungspapier konkrete Taten folgen zu lassen“, so die Grünen-Politikerin: „Sowohl, was das Engagement auf EU-Ebene angeht, als auch in Bezug auf eine Stärkung und Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern, müssen konkrete Maßnahmen im Alltag von Kitas, Schulen, offener Jugendarbeit und Weiterbildungseinrichtungen schnell nutzbar gemacht werden.“