Altenpolitik | Bildung | Ernährung und Landwirtschaft | Gesundheit | Kinder | Umwelt- und Naturschutz | Wirtschaft

Ernährungsstrategie soll Bremen zur Esskulturhauptstadt machen

Ziele sind gesunde und sozialverträgliche Verpflegung für alle Bremer*innen - und eine zukunftsträchtige Lebensmittelproduktion

Wer Gesundheit und soziale Gerechtigkeit, Klima - und Umweltschutz in Bremen verbinden und verbessern will, kommt an dem Thema Ernährung nicht vorbei. Deshalb entwickelt die rot-grün-rote Koalition eine Bremer Ernährungsstrategie. „Wir wollen Bremen zu einer Esskulturhauptstadt machen, in der Nahrungsmittel regional, sozial und gesund produziert, zubereitet und angeboten werden“, erklärt Bithja Menzel, in der Bremischen Bürgerschaft Sprecherin der Grünen-Fraktion für Ernährung und Landwirtschaft: „Das soll ein neues, zukunftsfähiges Kapitel Bremens als wichtiger Standort der Nahrungsmittelindustrie werden und dieses mit einer verlässlich guten Versorgung von Kitas und Schulen, Kantinen und Senior*innen verbinden.“ In einer Großen Anfrage hat Menzel mit den Koalitionsfraktionen den Senat nach den nächsten inhaltlichen und zeitlichen Zielen der Strategie gefragt.

Die ernährungspolitische Sprecherin der Grünen drängt auf eine zügige Veröffentlichung und Umsetzung der Ernährungsstrategie: „Wie wirksam politisches Handeln für alle Bereiche der Ernährung von der Anpflanzung über die Weiterverarbeitung in Fabriken und Küchen bis zum Genuss vom Teller sein kann, macht der Senat in seinen Antworten auf unsere Anfrage sehr deutlich: Von der Lebensmittelwirtschaft bis zum Gesundheitssektor, von unseren Klimazielen bis hin zu einer sozialen Nahrungsmittel-Versorgung sind entsprechend viele Senator*innen an diesem Prozess beteiligt. Dass der Senat einen breiten Beteiligungsprozess mit Bürger*innen, Initiativen und der Wirtschaft durchführt, ist daher richtig und wichtig. Als Haushaltsgesetzgeber werden wir uns im Parlament in den kommenden Jahren dafür einsetzen, dass die Ernährungsstrategie dann auch konkret umgesetzt werden kann – finanziell, pragmatisch und lecker!“

Gesunde und sozialverträgliche Verpflegung für alle Bremer*innen

„Wir können in Bremen an die Erfolgsgeschichten aus dem Aktionsplan 2025 für eine gesunde Gemeinschaftsverpflegung anknüpfen. Mit dem Forum Küche haben wir schon jetzt einen ganz besonderen Ort für Bildung, Inspiration und Vernetzung in Sachen Ernährung. Und Bremen sticht als kleinstes Bundesland mit einem besonders hohen Anteil an Bio-Landwirtschaft hervor“, skizziert Menzel die guten Voraussetzungen für eine umfassendere Strategie. Die Grünen-Abgeordnete legt großen Wert auf die gesunde, wohnortnahe Versorgung aller Bremer*innen: „Die vielen vorbildlichen Frischeküchen in Bremens Schulen und Kitas sind unbedingt erhaltenswert. Auch in Zukunft soll es – etwa durch günstigere Hybridküchen im Neubau – die Möglichkeit geben, frisch, gesund und nachhaltig in Schulen und Kitas zu kochen. Quartiersküchen könnten hier anschließen und gesunde Ernährung und deren Zubereitung für interessierte Bürger*innen jeden Alters erschließen. Gerade der Zusammenhang von Armut und Ernährung muss in der Ernährungsstrategie eine wichtige Rolle spielen – die unterschiedliche Lebenserwartung, mangelernährte Kinder in Schulen und Kitas und auch die finanziellen Schwierigkeiten privater und karitativer Initiativen wie etwa Suppenküchen und Teestuben in den Quartieren sind alarmierend. Die neuen Vernetzungsstellen für Schul-, Kita- und Senior*innen-Verpflegung bereichern die Bremer Ernährungslandschaft sehr und können bei der Verbesserung der Gemeinschaftsverpflegung entscheidend helfen.“

Mehrwertsteuer auf Lebensmittel muss sinken

Menzel freut sich, dass auch Bremerhaven künftig mehr für eine gesunde Ernährung tut: So soll bereits jetzt schon die Beschaffungsrichtlinie für öffentliche Aufträge überarbeitet werden, um auch in der Seestadt Vorgaben für gesunde, nachhaltige Lebensmittel machen zu können. Die Ernährungsstrategie trifft mit zusätzlichen Maßnahmen auf fruchtbaren Boden: „Der Ernährungsrat Bremerhaven hat sich schon auf den Weg gemacht, um regionale, gesunde und nachhaltige Ernährung in der Stadt zu verankern“, freut sich die Politikerin. „Bremen und Bremerhaven sollten unbedingt weiter an Projekten für neue pflanzliche Produkte der Landwirtschaft und deren Verarbeitung in Bremen arbeiten. Auch die Möglichkeiten und Herausforderungen regionaler Wertschöpfungsketten können mit unserer Ernährungsstrategie systematisch erfasst und verbessert werden.“ Auf Bundesebene drängt Menzel abschließend auf klimagerechte und gesundheitsfördernde Mehrwertsteuersätze für Lebensmittel: „Das hilft vor allem den Menschen, die sich frische und gesunde Lebensmittel im Einkaufswagen oft noch nicht leisten können!“