Große Anfrage „Strategien gegen Übergewicht, Adipositas und Diabetes durch zu viel Zucker in der Ernährung“

Eine unausgewogene Ernährung kann der Gesundheit ernsthaft schaden. So sind z. B. Karies, Dickleibigkeit, Diabetes, chronische Herz- und Kreislauferkrankungen oft die Folge eines überhöhten Zuckerkonsums. Die Grünen wollen vom Senat u.a. wissen, welche Erkenntnisse dieser über die Entwicklung von Übergewicht, Adipositas und Diabetes bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Land Bremen hat und welche Maßnahmen er ergreift gegen zuckerlastige Fehlerernährung in der Bevölkerung, insbesondere auch im Rahmen des Präventionsgesetzes und im Kontext von Schulen und Kitas. Zuständig ist der ernährungspolitische Sprecher Jan Saffe.

Die Große Anfrage vom 26. September 2018, Drucksache 19/1847 und die Antwort des Senats vom 6. November 2018, Drucksache 19/1897


In der Sitzung der Bürgerschaft Landtag vom 28. März 2019 wurde die Große Anfrage debattiert.

Jan Saffe: „Die Herstellerabgabe auf Zucker ist ein effektives Mittel, den Süßstoff gegen die reinen Profitinteressen der Lebensmittelindustrie zurückzudrängen. Großbritannien beispielsweise erhebt bereits eine Zuckersteuer. Das wirkt. Coca-Cola hat dort den Zuckeranteil in seinen Softdrinks gesenkt, die anderen großen Hersteller sind gefolgt. Hierzulande verkaufen sie ihre Limos hingegen weiterhin völlig überzuckert. Das geht auf Kosten der Gesundheit von Kindern und muss endlich unterbunden werden. Denn gerade Softdrinks spielen eine relevante Rolle für die Gewichtszunahme. Neben der Herstellerabgabe auf Zucker muss die Bundesregierung auch die Nährwert-Ampel einführen. VerbraucherInnen erkennen dann auf einen Blick, wo Gesundheitsrisiken drohen. Die Nährwert-Ampel macht allen sofort sichtbar, in welchen Lebensmitteln von der Fertigsuppe bis zur Pizzasauce sich zu viel Zucker versteckt.“


Neben den gesetzlichen Maßnahmen gegen die ungesunde Überzuckerung von Lebensmitteln will die Grünen-Fraktion auch die Prävention stärken. „Übergewicht ist ein soziales Problem und trifft häufiger Familien mit geringem Einkommen und Bildungsgrad. Umso wichtiger ist es, den Aktionsplan für Biokost in Kitas und Schulen zügig voranzutreiben. Von der gesunden Verpflegung nach Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung profitieren alle Kinder, insbesondere auch die aus benachteiligten Familien. Nötig ist aber auch, den Stellenwert gesunder Ernährung in den Familien zu verankern und die Kinder dafür zu sensibilisieren. Seit Schuljahresbeginn werden deshalb an zwölf Grundschulen Fachkräfte für Prävention und Gesundheitsförderung eingesetzt. Diesen Ansatz wollen wir weiterverfolgen.“