Ernährung und Landwirtschaft

Die Bedeutung der ökologischen Landwirtschaft hat in Bremen in den vergangenen Jahren zugenommen. Das ist ein Baustein für eine gesunde und umweltbewusste Ernährung, die im Mittelpunkt der ‚Biostadt Bremen‘ steht.

Ernährung und Landwirtschaft

Die Bedeutung der ökologischen Landwirtschaft hat in Bremen in den vergangenen Jahren zugenommen. Das ist ein Baustein für eine gesunde und umweltbewusste Ernährung, die im Mittelpunkt der ‚Biostadt Bremen‘ steht. In Kitas, Schulen, öffentlichen Kantinen und Krankenhäusern soll schrittweise nur noch Fleisch aus artgerechter Haltung angeboten werden. Die Grünen setzen sich darüber hinaus für den Erhalt der gentechnikfreien Landwirtschaft im Land Bremen ein.

Die Grünen-Fraktion setzt sich für eine gute Ernährung für Kinder in kommunalen Kitas und Schulen ein - der Zugang zu hochwertiger Ernährung muss für alle Kinder gelten und nicht allein für Kinder aus finanziell besser situierten Familien. Wir haben deshalb in Bremen das Projekt 'Biostadt Bremen' auf den Weg gebracht, in dessen Mittelpunkt die regionale, ökologische und gesunde Ernährung steht. Ein wichtiger Baustein des Projektes ist es, den Bio-Anteil in öffentlichen Einrichtungen zu stärken. Ab 2022 wird problematisches Industriefleisch aus der Massentierhaltung in städtischen Kitas und Schulen nicht mehr aufgetischt. In den kommunalen Kliniken soll der Bio-Anteil von derzeit 5 Prozent bis 2024 auf 20 Prozent angehoben werden. Bei öffentlichen Veranstaltungen, die Bremen selbst durchführt, wird innerhalb eines Jahres komplett auf Bio-Produkte umgestellt. Das sieht der Änderungsantrag vor, mit dem der ‚Bürgerantrag gegen Billigfleisch in der Gemeinschaftsverpflegung' umgesetzt wird. Der Senat hat auf dieser Basis einen entsprechenden Aktionsplan beschlossen. Das ist eine gute Entscheidung für die rund 20.000 Kinder und Jugendlichen, die in städtischen Kitas und Schulen verpflegt werden. Die Umstellung auf Bio-Verpflegung dient dem Schutz der Kinder und der Umwelt. Denn Bio-Essen ist weit mehr als eine Frage des Genusses: Dabei geht es auch um intakte Böden, sauberes Wasser, Klimaschutz,  Artenvielfalt und nicht zuletzt das Tierwohl. Die Stadt Bremen kommt mit ihrem Aktionsplan und der Umsetzung ihrer Verantwortung als Großkonsumentin mit hoher Nachfragemacht nach und leistet damit einen guten Beitrag zu einer Ernährungs- und Agrarwende.

Auf grüne Initiative müssen auch die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung an den Schulen umgesetzt werden. Das bedeutet konkret, den Fleischkonsum in Schulmensen flächendeckend zu senken, und mehr Obst und Gemüse zu verwenden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Kinder und Jugendliche höchstens zwei Mal pro Woche Fleisch. Eine ausgewogene Ernährung fördert die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit und langfristig auch die Gesundheit. Die Reduzierung des Fleischanteils ist verbunden mit einer Erhöhung des Anteils vegetarischer Gerichte, was wiederum auch mehr Tierschutz bedeutet.

Die Grünen-Fraktion hat sich im Parlament mit einem Antrag dafür eingesetzt, dass das EU-Schulobstprogramm auch in den kommenden Jahren fortgesetzt wird. Die EU trägt die Gesamtkosten. Das Programm verbindet die kostenlose Abgabe von Obst und Gemüse mit pädagogischen Begleitmaßnahmen. Die Grünen-Fraktion erwartet, dass bei der Beschaffung die regionalen Erzeuger berücksichtigt werden.

Die Zahl der übergewichtigen Erwachsenen nimmt in Deutschland seit Jahren zu. Auch bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren stagniert die Anzahl von Übergewichtigen mit 15,4 Prozent auf hohem Niveau. Diese Kinder und Jugendlichen haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Eine Mitschuld daran muss sich die Lebensmittel- und Getränkeindustrie mit ihren zum Teil erheblich überzuckerten Produkten vom Fertiggericht bis zur Limonade zuschreiben lassen. Um den Zuckeranteil zu senken, fordert die Grünen-Fraktion eine Herstellerabgabe auf gesüßte Getränke und Lebensmittel. Zugleich drängen die Grünen auf die Einführung einer leicht verständlichen und verbraucherfreundlichen Kennzeichnung, mit der sich der Zuckergehalt auf einen Blick erschließt. Die Lebensmittel-Ampel würde den VerbraucherInnen mit den Farben grün, gelb und rot schnell signalisieren, wo Gesundheitsrisiken drohen. 

Bremen will sich mit diesen Maßnahmen in öffentlichen Einrichtungen seiner Verantwortung stellen. Wichtig ist uns dabei auch, dass Schülerinnen und Schüler aufgeklärt werden über das, was sie essen, also so etwas wie Ernährungskunde stattfindet. Dazu gehören auch Besuche auf Höfen, bei denen die Schüler etwas erfahren über die Herkunft der Lebensmittel und über die Bedingungen ihrer Erzeugung.  

Die VerbraucherInnen können die Entwicklung weg von konventioneller und hin zur ökologischen und gentechnikfreien Landwirtschaft unterstützen und vorantreiben, indem sie Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft - und möglichst auch regional und saisonal - kaufen. Die Möglichkeiten und das Angebot dazu haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Zu den kleinen Bioläden und Ökomärkten in den Quartieren sind auch mehrere Bio-Supermärkte hinzugekommen. Auch die konventionellen Supermärkte reagieren auf die Nachfrage nach ökologischen Produkten und nehmen diese immer mehr in ihr Sortiment auf. Die Grünen setzen darauf, dass die KonsumentInnen so lokale Erzeugnisse von örtlichen ProduzentInnen bevorzugen. Dabei begrüßen wir, dass immer mehr BäuerInnen die Vermarktung selbst in die Hand nehmen – z.B. durch Milchtankstellen oder Hofläden. Dadurch erzielen sie für sich bessere und angemessenere Preise. Diesen Gewinn an Handlungssouveränität betrachten wir als erfreuliche Entwicklung.

Die Grünen setzen sich dafür ein, Bremen nach dem Vorbild anderer Kommunen zur 'essbaren Stadt' zu machen. Statt klassischer Wechselbeete, die mehrfach im Jahr mit Stiefmütterchen & Co. neu bepflanzt werden, könnten farbenprächtig blühende Kräuter oder auch Spalierobst gepflanzt werden. Sobald alles reif ist, können die BürgerInnen dann ernten oder die Samen für den eigenen Balkon bzw. Garten verwenden. Die Umstellung von Wechsel- auf Staudenbeete bringt ökologische Vorteile sowie einen optischen und kulinarischen Genuss für BremerInnen und TouristInnen. Außerdem machen Nutzpflanzen den Menschen die jahreszeitlichen Nahrungsangebote wieder mehr bewusst.

Wir haben mit den Landwirten darauf hingewirkt, dass Bremen auf Basis freiwilliger Selbstverpflichtungserklärungen als erstes Bundesland gentechnikfreie Region geworden ist. Jetzt wird Bremen Mitglied im europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen, das den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen unterbinden will. Gentechnische Veränderungen sind in Landwirtschaft und Lebensmitteln überflüssig. Sie stellen für Mensch und Natur ein unkalkulierbares Risiko dar. Durch Auskreuzungen transgener Nutzpflanzen wäre nicht nur der Öko-Landbau, sondern auch die Artenvielfalt in ökologisch wertvollen Biotopen bedroht.

Die ökologische Landwirtschaft ist die nachhaltigste Form für die Bodenbewirtschaftung und Erzeugung von Nahrungsmitteln. Der Verzicht auf künstlichen Dünger und den Einsatz von Pestiziden, Hormonen und Chemikalien schont Boden und Grundwasser, vermeidet Umweltschäden. Der Markt für ökologisch erzeugte und verarbeitete Produkte wächst beständig. Die Grünen fördern den Umstieg von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft. Dafür haben wir die Umstellungsprämie fast verdoppelt.