Altenpolitik

Grüne: Pfandsammeln erleichtern!

In Bremen gibt es viele Menschen mit schmalem Budget, das oft zum Leben nicht reicht. Etliche fischen Pfandflaschen aus dem Müll, um sich ein kleines Zubrot zu verdienen. Die Bürgerschaftsfraktion der Grünen will ihnen das entwürdigende Wühlen im Müll nun ersparen. Dafür sollen öffentliche Müllkörbe im Rahmen eines Pilotprojektes mit Pfandringen oder –kisten ausgestattet werden, in die man seine leeren Pfandflaschen hineinstellen kann. Zugleich sollen von Privatpersonen an öffentlichen Plätzen installierte Pfandkisten toleriert werden, so lange dadurch niemand beeinträchtigt wird. Das geht aus einer Antwort des Umweltressorts auf eine Anfrage der Grünen hervor. Eine Lösung für das Armutsproblem und die Wahrung der Menschenwürde sind die Pfandvorrichtungen aus Sicht der Grünen-Fraktion aber selbstverständlich nicht. Dazu erklärt die sozialpolitische Sprecherin Susanne Wendland: „Ich bitte die BremerInnen, ihre Pfandflaschen künftig in die Pfandringe oder -kisten bzw. dort, wo es noch keine gibt, neben die Müllkörbe zu stellen. Für die betroffenen Menschen würde ich mich freuen, wenn noch mehr Initiativen oder BürgerInnen Pfandkisten installieren würden. Es ist gut, dass der Senat private Initiativen toleriert und selbst ein Pilotprojekt auf den Weg bringen will. Menschen, die auf das Sammeln von Pfandflaschen angewiesen sind, sollen nicht im Müll wühlen müssen. Das ist für viele entwürdigend. Und auch gefährlich, denn sie können sich dabei z.B. an Glassplittern verletzen. Klar ist, dass wir das Problem von Armut in unserer Stadt dadurch nicht beseitigen können. Dafür sind andere Maßnahmen von Staat und Wirtschaft nötig. Aber mit den Pfandringen können wir den betroffenen Menschen das Sammeln von Leergut wenigstens erleichtern.“

Nach Auffassung des Umweltressorts eignen sich insbesondere die neuen Big Belly Solar-Müllbehälter für Pfandvorrichtungen. Diese befinden sich u.a. am Nordausgang des Bahnhofs, an der Schlachte, Gröpelinger Heerstraße/Ecke Lindenhofstraße sowie an der Berliner Freiheit. Nun müssen zunächst noch die Finanzierung und Zuständigkeit abschließend geklärt werden.