Wo bleibt Konzept für Schulstandorte?

Wo bleibt Konzept für Schulstandorte?

Alle drei Bürgerschaftsfraktionen haben im Sommer gemeinsam Bildungssenator Lemke beauftragt, bis zum Jahresende ein Schulentwicklungskonzept vorzulegen. Darin soll aufgelistet werden, wie viel Schulen an welchen Standorten angesichts sinkender Schülerzahlen sinnvoll sind. Auf Nachfrage der Grünen stellte die Behörde jetzt für Ende März ein Konzept in Aussicht. Kommentar von Anja Stahmann, bildungspolitische Sprecherin der grünen Fraktion: "Senator Lemke hat seine Hausaufgaben nicht gemacht. Gerüchte über Schulschließungen verunsichern viele Eltern und Lehrer vor Ort, was fehlt ist die notwendige Datengrundlage für eine ernsthafte Debatte über künftige Schulstandorte. Ich verlange vom Bildungssenator schnellstens eine Ist-Analyse der vorhandenen Angebote verbunden mit der aktuellen Entwicklung der Schülerzahlen. Nur so kann der notwendige Beratungsprozess auf Stadtteilebene zusammen mit Beiräten, Eltern, Schulkollegien und Politikern geführt werden. Das Schulstandortkonzept ist dringend notwendig, Eltern brauchen bei der Schulanmeldung ihrer Kinder Planungssicherheit. Für das Schulsanierungsprogramm muss klar sein, welche Standorte Zukunft haben und die vom Senat eingeplanten Einnahmen aus Schulimmobilienverkäufen können nur erreicht werden, wenn rechtzeitig geklärt ist, welche Gebäude und Flächen zum Verkauf stehen."


Verärgert ist Anja Stahmann über die voreilige Festlegung des Bildungssenators auf die Schließung des Schulzentrums Graubündener Straße. Per Presserklärung ließ Senator Lemke mitteilen, man habe sich mit den Osterholzer Schulleitern auf die Neugründung eines Schulzentrums am Standort Ellener Feld geeinigt: "Ein Beispiel dafür, wie man es nicht macht. Über die Köpfe von Eltern, Beiräten und Kollegien hinweg versucht Willi Lemke eine losgelöste Einzelfallentscheidung durchzusetzen. So fährt man ein inhaltlich positives Schulmodell gegen die Wand. Vor einer Entscheidung verlangen die Grünen einen runden Tisch auf Stadtteilebene, der die Schulstandortfrage diskutiert. Dabei müssen neben pädagogischen und finanziellen Rahmenbedingungen auch Fragen der Stadtentwicklung berücksichtigt
werden."