Eine Affenschande!

Eine Affenschande!

"Das Gesundheits- und Sozialressort setzt sich mit seiner Entscheidung, die Affenversuche ohne weitere inhaltliche Auseinandersetzung zu genehmigen über Bürgerschaftsbeschlüsse hinweg. Das ist skandalös und undemokratisch!", ärgert sich die wissenschaftspolitische Sprecherin der grünen Bürgerschaftsfraktion Silvia Schön.


"Wir Grüne haben jetzt einen Antrag eingebracht, den Beschluss zurück zu holen (siehe Anhang). Wir bleiben dabei: Eine neue Versuchsanordnung verlangt ein neues Prüfverfahren. Darüber hinaus haben wir eine grundlegend andere Ausgangsbasis als damals: mittlerweile ist der Tierschutz im Grundgesetz verankert. Die Gesamtlage muss neu bewertet werden! Eine so komplizierte Frage kann die Gesundheitssenatorin nicht einfach vom Tisch wischen."



Der Antrag:


BREMISCHE BÜRGERSCHAFT Drucksache 16/
Landtag 30.11.2004
16. Wahlperiode


Dringlichkeitsantrag der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN



Aus den Affenversuchen aussteigen!

Seit 1998 werden an der Bremer Universität Tierversuche mit Primaten durchgeführt. Die invasive Tierforschung mit Makaken hat massive Proteste in der Bevölkerung und in der Wissenschaft hervorgerufen.
Von Anfang an wurde seitens des Senats und der Leitung der Universität immer wieder darauf verwiesen, dass diese Versuche befristet seien und spätestens mit der Anschaffung des Kernspintomografen auslaufen werden. Die jetzt beantragte Verlängerung der Versuche wurde am 29. November ohne eine grundlegend neue Bewertung und ohne politische bzw. öffentliche Diskussion für ein weiteres Jahr genehmigt. Angesichts der Brisanz der ethisch hoch umstrittenen Primatenversuche ist ein derartiges Vorgehen nicht vertretbar. Auch die bisher gefassten Bürgerschaftsbeschlüsse haben seit 1997 verlangt, dass mittelfristig die Versuche beendet werden sollen.



Die Bürgerschaft (Landtag) möge beschließen:



Die Bürgerschaft (Landtag) fordert den Senat auf,



die Genehmigung für eine Verlängerung der Primatenversuche zurückzuziehen.



Silvia Schön, Jens Crueger, Karoline Linnert und Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN