Lehrermangel ist die Quittung für jahrelange Fehlplanung

Lehrermangel ist die Quittung für jahrelange Fehlplanung

"Es reicht," kommentiert der grüne Bürgerschaftsabgeordnete Dieter Mützelburg das Chaos zum Schulstart am Schulzentrum Kornstraße. "Der katastrophale Lehrermangel ist kein Einzelfall, sondern die Spitze des Eisbergs. Ab sofort müssen alle frei werdenden Lehrerstellen neu besetzt werden - sonst droht Unterrichtsausfall auf breiter Front. Bereits im letzten Schuljahr fielen zehn Prozent des Unterrichts an allen Sek-I-Zentren und Gesamtschulen aus. Die heute von Willi Lemke feierlich begrüßten neuen Lehrerinnen und Lehrer reichen bei weitem nicht aus, um die immer größer werdenden Löcher zu stopfen. Im Vergleich zum letzten Schuljahr stehen für den Unterricht 63 Lehrer weniger zur Verfügung."


Der chaotische Schulbeginn an der Kornstraße ist die Quittung für die abwartende Haltung der Großen Koalition in Sachen Neueinstellungen: "Aussitzen hilft nicht weiter. Im Gegenteil: Seit Jahren ist bekannt, dass bis 2005 ein Viertel der jetzt noch unterrichtenden Bremer Lehrer in Rente gehen. Andere Bundesländer wie Niedersachsen stellen im großen Stil ein. Der Lehrermarkt ist praktisch leergefegt. Bremen kommt mal wieder zu spät und die Zeche zahlen die Schüler. Die Grünen haben schon im November letzten Jahres ihr Aktionsprogramm gegen Lehrermangel vorgestellt. Konkret haben wir beispielsweise eine Werbekampagne in EU-Ländern für Fremdsprachenlehrer gefordert."


Für Krankheitsfälle ist eine Lehrerfeuerwehr sinnvoll, die einspringt, wo Not am Mann ist. Wenn aber diese Springer-Reserve als Klassenlehrer eingesetzt wird, lehnen die Grünen das strikt ab. Dieter Mützelburg betont: "Wir brauchen eine Reserve für Notfälle. Klassenlehrer mit Ein-Jahres-Verträgen sind absurd. Der damit vorprogrammierte dauernde Wechsel der wichtigen Bezugsperson für die Schüler ist unzumutbar."