Kein Platz für Haupt- und Realschüler in Schwachhausen?

Kein Platz für Haupt- und Realschüler in Schwachhausen?

Wenn sich Bildungssenator Willi Lemke durchsetzt, wird das ohnehin exklusive Schulangebot in Schwachhausen weiter auf die Spitze getrieben: Die einzige Haupt- und Realschule im Stadtteil soll geschlossen werden und Gymnasiasten haben die Qual der Wahl - Abitur nach 13 oder 12 Jahren und auf Wunsch auch ein bilingualer Abschluss. Die grüne Bürgerschaftsfraktion lehnt eine entsprechende Vorlage für die Sitzung der Bildungsdeputation am Donnerstag ab und setzt sich für den Erhalt der Schule Lothringer Straße ein. Kommentar von Fraktionssprecher Helmut Zachau: "Den Lehrern an der Schule Lothringer Straße ist es durch die Zusammenarbeit mit Sonderschulen gelungen, auch in schwierigen Fällen Jugendlichen einen Hauptschulabschluss zu ermöglichen. Generell ist es richtig, in jedem Stadtteil wenigstens eine Haupt- und Realschule anzubieten, damit die Kinder in ihrem sozialen Umfeld bleiben können."


Die Grünen weisen daraufhin, dass die Schülerzahlen in Schwachhausen steigen. "Die Bildungsbehörde rechnet im Grundschulbereich bis zum Jahr 2005 mit 300 zusätzlichen Kindern. Diese Schüler werden älter und müssen nach der vierten Klasse neben Gymnasien auch in Haupt- und Realschulen unterrichtet werden. Wer jetzt die Lothringer Straße schließt, reißt die Löcher im Schulangebot von morgen. Die Grünen erwarten von der Bildungsbehörde ein Konzept, dass den steigenden Schülerzahlen gerecht wird und die Situation der Haupt- und Realschulen in Horn, der östlichen Vorstadt und dem Viertel berücksichtigt."


Zu den vergleichsweise niedrigen Schülerzahlen in der Lothringer Straße hat die Bildungsbehörde nach Auffassung der Grünen selbst beigetragen. "Der Zustand des Schulgebäudes ist erbärmlich und seit langem wird von einer Schließung gemunkelt. Kein Wunder, dass die Anmeldungen zurückgehen und Eltern auf andere Schulen ausweichen. Eine gut ausgestattete Schule hätte auch mehr Zulauf."