Antrag „Trinkwassergewinnungsgebiet in Vegesack als Schutzgebiet prüfen“

Antrag „Trinkwassergewinnungsgebiet in Vegesack als Schutzgebiet prüfen“

Bremen bezieht 80 Prozent seines Trinkwassers aus Niedersachsen, der Rest kommt aus den Trinkwassergewinnungsgebieten in Bremen-Nord: Blumenthal und Vegesack. Gegenwärtig ist allerdings nur das Gebiet in Blumenthal als Wasserschutzgebiet ausgewiesen. Befürchtungen aus der Umlandgemeinde Verden bezüglich einer hohen Absenkung des Grundwasserspiegels erhöhen den Druck auf Bremen, nach anderen Quellen zu suchen und die bestehenden zu sichern.

Maike Schaefer, Fraktionsvorsitzende und umweltpolitische Sprecherin der grünen Fraktion, hat deshalb diesen Antrag formuliert, der im Endeffekt den Schutz des Trinkwassergewinnungsgebiets in Vegesack als Trinkwasserschutzgebiet zum Ziel hat.

In der Sitzung der Stadtbürgerschaft am 19. April 2016 wurde der Antrag beschlossen.

Die Umweltpolitikerin Maike Schaefer beschrieb in der Debatte die Schäden im Wasserentnahmegebiet rund um den Panzenberg bei Verden: Dort gibt es inzwischen durch die jahrelange Förderung gravierende Auswirkungen auf die Umwelt, so hat sich der Grundwasserspiegel um 9 Meter gesenkt, Moore fallen trocken. Und: Die Genehmigung für die Förderung dort läuft aus. Deshalb, so Maike Schaefer, darf es uns nicht egal sein, wenn dort auf Kosten der Umwelt unser Wasser für den täglichen Bedarf gefördert wird. Daher ist es richtig, auch im Rahmen einer Alternativenprüfung nach weiteren Quellen für Trinkwasser für den Bremer Bedarf zu suchen.

Das Trinkwasser in Vegesack, auch wenn es nur wenige Prozent des Bedarfs in Bremen deckt, muss vor Schadstoffen und auch Nitrateinträgen nachhaltig geschützt werden. Obwohl Bremen durch eine extensive Landwirtschaft geprägt ist, zeigen auch Grundwasseruntersuchungen in Bremen erhöhte Nitratwerte aus der Überdüngung durch die Landwirtschaft – zum größten Teil aus Niedersachsen. Darum soll der Senat prüfen, in welchem Umfang ein solches Trinkwasserschutzgebiet eingerichtet werden kann und auch ob es weitere Alternativen als die bisherigen Förderquellen im niedersächsischen Umland gibt.

Der Antrag vom 8. März 2016, Drucksache 19/119 S