Antrag „Regelwerk zur Durchführung von Wettbewerben aktualisieren“

Antrag „Regelwerk zur Durchführung von Wettbewerben aktualisieren“

Anlass für diesen Antrag gab das Vorhaben des Logistik-Unternehmens Kühne & Nagel für einen Neubau ihres Firmensitzes an der Wilhelm-Kaisen-Brücke. Der Eigentümer hatte sich dagegen verwehrt, für den Bau einen Architektenwettbewerb auszuschreiben, der aus Sicht der Stadt Bremen wünschenswert gewesen wäre. Der nun vom bau- und stadtentwicklungspolitischen Sprecher Robert Bücking initiierte Antrag greift die vor elf Jahren zwischen Architektenkammer, Ingenieurkammer und Bausenator geschlossene Vereinbarung „Qualität im Bereich öffentlichen Bauens steigern“ auf, die als „Bremer Erklärung“ geläufig ist. Sie soll ausgewertet und aktualisiert werden, zugleich soll geklärt werden, für welche Standorte oder Quartiere in Bremen Wettbewerbe und Qualifizierungsverfahren verbindlich gemacht werden können.

In der Sitzung der Stadtbürgerschaft am 23. Februar 2016 wurde der Antrag beschlossen.

Aus der Debatte: Für Robert Bücking ist klar, wer an bedeutsamer Stelle baut, hat Definitionsmacht. Auf diesen Baustellen wird die symbolische Ordnung der Stadt fortgeschrieben. Und die praktische Nutzbarkeit der öffentlichen Güter zum besseren oder schlechteren verändert. Die Schönheit der Stadt, so Bücking, ist umkämpft, und das Erregungspotential in den Leserbriefen erheblich. Die neuesten Projekte werden regelmäßig grausam verrissen. Stadtbilder sind Orte von Identifikation und Distanzierung. Es ist daher gut begründet, wenn eine selbstbewusste Stadt darauf besteht, ihre neuen Bauten zu kultivieren.

Der Antrag vom 23. Februar 2016, Drucksache 19/110 S