Antrag „Forschung zeitgemäß gestalten, Arbeitsplätze erhalten: Ein nachhaltiger Neubau der Polarstern"

Das Alfred-Wegener-Institut (AWI) braucht ein neues Forschungsschiff. Dafür soll seit Langem die „Polarstern“, die mittlerweile stark in die Jahre gekommen ist und dadurch jährlich hohe Wartungskosten erzeugt, neu gebaut werden. In einem gemeinsamen Antrag fordern die Regierungsfraktionen den Senat u. a. auf, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, freie Kapazitäten in Schiffswerften, gerade in Bremerhaven, jetzt dafür zu nutzen, die bestehenden Pläne für den Neubau der „Polarstern“ unter Berücksichtigung aktueller Nachhaltigkeitsstandards umzusetzen. Der Forschungsschiffbau muss zur Schlüsseltechnologie erklärt werden. Die zuständige Abgeordnete ist Solveig Eschen.

Der Antrag vom 09. September 2020, Drucksache 20/606


In der Sitzung der Bürgerschaft Landtag vom 17. September 2020 wurde der Antrag beschlossen.

Solveig Eschen: „Die Zeit für den Neubau der Polarstern drängt. Nötig ist jetzt eine schnelle Auftragsvergabe. Zudem muss der Bund den Bau von Forschungsschiffen endlich als Schlüsseltechnologie anerkennen. Dass dies bisher nur für Marineschiffe gilt, ist völlig unverständlich. Die Polarstern II ist für die Polar- und Klimaforschung und den Wissenschaftsstandort essenziell. Der Neubau hat z.B. in puncto klimafreundliche Antriebstechnik enormes Innovationspotenzial. Gerade bei einem Forschungsschiff, das in sensiblen Polargebieten mit schmelzendem Eis infolge des Klimawandels unterwegs ist, ist ein sauberer Schiffsantrieb unabdingbar. Nachhaltigkeitsstandards beim Bau der Polarstern strahlen auch auf andere Wirtschaftsbereiche aus und sind damit Schlüsseltechnologie für den verstärkten Klimaschutz. Die Vorteile einer Vergabe nach Bremerhaven liegen auf der Hand: die ansässige Lloyd Werft hat das Know-how und kann sich direkt mit dem AWI abstimmen. Gleichzeitig würden gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Arbeitsplätze der Werft auf Jahre gesichert.“