Ernährung und Landwirtschaft

Übergewichtige Kinder: Grüne fordern Herstellerabgabe auf Zucker

Bis zu zwölf Prozent der Bremer Kinder leiden bereits bei der Einschulung unter Adipositas oder Übergewicht, wie aus der Senatsantwort auf eine Große Anfrage der Grünen-Fraktion hervorgeht. In Bremen gibt es mehr fettleibigen Nachwuchs als im Bundesdurchschnitt, wie der Kinder- und Jugendreport der DAK zeigt. Das größte Risiko tragen dabei Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Übergewichtige Kinder haben ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Vor diesem Hintergrund haben die Grünen in der heutigen Bürgerschaftsdebatte zum Thema eine Herstellerabgabe auf Zucker und die Einführung der Lebensmittel-Ampel gefordert. Eine Mitschuld an übergewichtigen Kindern muss sich gerade auch die Lebensmittel- und Getränkeindustrie mit ihren zum Teil erheblich überzuckerten Produkten vom Fertiggericht bis zur Limonade zuschreiben lassen, betont der ernährungspolitische Sprecher Jan Saffe: „Die Herstellerabgabe auf Zucker ist ein effektives Mittel, den Süßstoff gegen die reinen Profitinteressen der Lebensmittelindustrie zurückzudrängen. Großbritannien beispielsweise erhebt bereits eine Zuckersteuer. Das wirkt. Coca-Cola hat dort den Zuckeranteil in seinen Softdrinks gesenkt, die anderen großen Hersteller sind gefolgt. Hierzulande verkaufen sie ihre Limos hingegen weiterhin völlig überzuckert. Das geht auf Kosten der Gesundheit von Kindern und muss endlich unterbunden werden. Denn gerade Softdrinks spielen eine relevante Rolle für die Gewichtszunahme. Neben der Herstellerabgabe auf Zucker muss die Bundesregierung auch die Nährwert-Ampel einführen. VerbraucherInnen erkennen dann auf einen Blick, wo Gesundheitsrisiken drohen. Die Nährwert-Ampel macht allen sofort sichtbar, in welchen Lebensmitteln von der Fertigsuppe bis zur Pizzasauce sich zu viel Zucker versteckt.“

Neben den gesetzlichen Maßnahmen gegen die ungesunde Überzuckerung von Lebensmitteln will die Grünen-Fraktion auch die Prävention stärken. „Übergewicht ist ein soziales Problem und trifft häufiger Familien mit geringem Einkommen und Bildungsgrad. Umso wichtiger ist es, den Aktionsplan für Biokost in Kitas und Schulen zügig voranzutreiben. Von der gesunden Verpflegung nach Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung profitieren alle Kinder, insbesondere auch die aus benachteiligten Familien. Nötig ist aber auch, den Stellenwert gesunder Ernährung in den Familien zu verankern und die Kinder dafür zu sensibilisieren. Seit Schuljahresbeginn werden deshalb an zwölf Grundschulen Fachkräfte für Prävention und Gesundheitsförderung eingesetzt. Diesen Ansatz wollen wir weiterverfolgen.“