Altenpolitik

Radikalisierte Salafistinnen: Kinder schützen, Prävention überprüfen!

Der Salafismus wird auch in Bremen zunehmend weiblicher. Frauen machen inzwischen gut zehn Prozent der hiesigen Szene aus, die in der Hansestadt insgesamt 490 Personen umfasst. Dabei hat sich ihre Rolle gewandelt: Radikalisierte Salafistinnen missionieren aggressiv in sozialen Medien und werben andere Frauen an, sie indoktrinieren ihre Kinder von früh auf, übernehmen aber längst auch logistische Aufgaben an Kampfschauplätzen. Auch Bremer Salafistinnen sind mit ihren Kindern nach Syrien und in den Irak gereist. Das geht aus der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor. Die Grünen-Fraktion sieht sich in ihrer Sorge bestätigt und fordert u.a., die Deradikalisierungsprogramme sowie die präventiven Angebote auch speziell auf Frauen und Kinder auszurichten. Insbesondere bei den Kindern muss ggf. das Jugendamt eingreifen. Nicht zuletzt müssen die Sicherheitsbehörden die Rückkehrerinnen eng im Blick behalten. Dazu erklärt der innenpolitische Sprecher Björn Fecker: „Radikalisierte Salafistinnen stabilisieren die Szene. Sie netzwerken geschickt und haben eine hohe Bindungskraft. Gerade auch die Frauen tragen dazu bei, dass sich ganze Familien radikalisieren und sich diese Ideologie weiter verfestigt. In den bisherigen Programmen zur Prävention und zum langfristigen Ausstieg wird das noch zu wenig berücksichtigt. Wir erwarten deshalb, dass der Senat die Programme zielgenau auch auf Frauen und Kinder ausrichtet. Gefahr droht gerade auch durch Rückkehrinnen, die nach der Wiedereinreise nach Deutschland durch die Sicherheitsorgane engmaschig begleitet werden müssen. Gibt es bei den Kindern auch nur das kleinste Anzeichen einer Radikalisierung, muss das Jugendamt eingreifen und die Kinder in Obhut nehmen. Die salafistische Erziehung ist eine ernsthafte Gefahr für die Kinder und die Gesellschaft. Wir müssen dieser Entwicklung von Beginn an konsequent entgegenwirken, damit sich eine gefährliche salafistische Parallelwelt nicht dauerhaft etablieren kann.“