Umwelt- und Naturschutz

Auf Verbot von drei Bienengiften müssen weitere Schritte folgen

Das heute beschlossene europaweite Verbot von drei bienenschädlichen Insektiziden auf Freilandflächen bewertet die Grünen-Fraktion als überfälligen ersten Schritt in die richtige Richtung. Zugleich erwarten die Grünen weitere Schritte, um dem dramatischen Bienen- und Insektensterben entgegenzuwirken.

So müssen auch andere Neonikotinoide vom Markt, so die Fraktionsvorsitzende Maike Schaefer, neue Gifte mit gleicher Wirkungsweise dürfen erst gar nicht zugelassen werden: „Je früher und vollständiger die Bienengifte vom Acker kommen, desto besser. Insofern ist das nun beschlossene Verbot von drei bienenschädlichen Neonikotinoiden wenigstens ein Anfang. Wenn aber alte bloß durch neue Bienenkiller ausgetauscht werden, ist das dramatische Bienensterben nicht aufzuhalten. Bei den Zulassungsverfahren müssen endlich die indirekten ökologischen Folgen berücksichtigt werden. Kleine Bienen sind wie andere Insekten ökologische Riesen. Ohne Insekten kollabieren die Ökosysteme. Sie sorgen dafür, dass gut 80 Prozent der Nutz- und Wildpflanzen bestäubt werden. Damit sichern sie landwirtschaftliche Erträge und die Artenvielfalt. Wir müssen noch mehr für die Bienen und andere Insekten tun. Neben einem Kurswechsel in der Agrarpolitik hin zu einer extensiven Landwirtschaft ohne Pestizideinsatz gehören dazu u.a. auch der Erhalt wertvoller Grünflächen sowie insektenfreundliche Pflanzen in Parks und am Straßenrand.“

Der agrar- und tierschutzpolitische Sprecher Jan Saffe fordert in diesem Zusammenhang ein wirksames Glyphosat-Verbot: „Das EU-weite Verbot von drei Neonikotinoiden ist nicht nur gut für Wild-und Honigbienen, sondern für alle betroffenen Insekten. Das ist ein sehr richtiger Schritt, der vielen Insekten einen brutalen Todeskampf ersparen kann. Die Entscheidung hat ferner positiven Einfluss auf die Artenvielfalt und bietet den Vögeln künftig einen reichhaltiger gedeckten Tisch. Wir Grünen erwarten jetzt von  Landwirtschaftsministerin Klöckner auch in Sachen Glyphosat ein ebenso entschlossenes Handeln.“