Kein Schnellschuss bei "Kernzeit plus"

Kein Schnellschuss bei "Kernzeit plus"

Die grüne Bürgerschaftsfraktion fordert Senatorin Hilde Adolf in der heutigen Sitzung der Sozialdeputation auf, das schlecht vorbereitete Kita-Modellprojekt "Kernzeit plus" nicht übers Knie zu brechen. Anja Stahmann, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der grünen Fraktion, betont: "Die Bedenken von Beschäftigten und Eltern müssen ernst genommen werden. Vor dem Start muss geklärt sein, wie die individuellen Rechtsansprüche behinderter Kinder künftig erfüllt werden, wie die Arbeit vor Ort organisiert werden soll und welche Kosten auf die Eltern zukommen."


Die geplante Finanzierung des Modellprojekts durch die Abschaffung von Integrationsgruppen und Benachteiligtenprogrammen lehnen die Grünen strikt ab. Kommentar von Anja Stahmann: "Wir wollen auf keinen Fall an der Betreuung von Kindern sparen, die auf besondere Unterstützung angewiesen sind. Das ist unverantwortlich. Die Große Koalition muss endlich einsehen, dass für dringend notwendige Verbesserungen im Kindergartenbereich mehr Geld benötigt wird. Das Nullsummenspiel der Sozialsenatorin geht zu Lasten der Schwächsten." Die Grüne erinnert in diesem Zusammenhang an die Forderung ihrer Fraktion, im nächsten Jahr den beitragsfreien Kindergarten einzuführen und den Rechtsanspruch von vier auf sechs Stunden täglich zu erhöhen: "Natürlich kostet das mehr Geld, das wir bei Großprojekten einsparen wollen."