Bremerhaven | Gesundheit
Zukunft des Klinikums Reinkenheide erfordert stärkere regionale Zusammenarbeit
Für die Zukunft des Klinikums Reinkenheide fordert die Grüne Bürgerschaftsfraktion eine engere regionale Zusammenarbeit sowie eine bessere Abstimmung der Krankenhausplanung. Neben kurzfristigen Maßnahmen vor Ort braucht es auch strukturelle Verbesserungen auf Landesebene.
Das Klinikum Reinkenheide steckt tief in den roten Zahlen – und ist damit kein Einzelfall. Bundesweit geraten viele kommunale Krankenhäuser unter Druck: Fachkräftemangel, steigende Qualitätsanforderungen und der Wandel hin zu mehr ambulanter Versorgung verändern die Krankenhauslandschaft grundlegend. Es braucht daher mehr als Zuschüsse, um diesen Entwicklungen zu begegnen. Für eine gute, flächendeckende Grundversorgung und die Bündelung spezialisierter Leistungen ist eine regionale Gesamtbetrachtung der Klinikstruktur notwendig. Bremerhaven sollte sich daher gemeinsam mit den benachbarten Landkreisen unverzüglich an einen Tisch setzen, um die bestmögliche stationäre Versorgung im Elbe-Weser-Dreieck zu sichern.
„Es braucht jetzt unverzüglich, besser gestern als heute, einen runden Tisch mit den politischen Entscheidungsträger*innen aus Bremerhaven und den benachbarten Landkreisen“, so Michael Labetzke, Sprecher für Bremerhaven in der Grünen-Bürgerschaftsfraktion. „Es geht um nichts weniger als die Zukunft der gesundheitlichen Versorgung im Elbe-Weser-Dreieck. Bremerhaven muss endlich als Teil einer Region denken und nicht als Insel. Zur Wahrheit gehört auch, dass der Ausschluss von Oppositionsfraktionen aus Verwaltungs- und Aufsichtsräten sich in diesem Fall als Schwachstelle erwiesen hat. Andernfalls wäre deutlich früher öffentlicher Druck entstanden – stattdessen wurden die Probleme zu lange unter dem Deckel gehalten. Der Magistrat steht jetzt besonders in der Verantwortung, zügig eine tragfähige Lösung vorzulegen.“
Darüber hinaus braucht es strukturelle Verbesserungen auf Landesebene, betont der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Bürgerschaftsfraktion Ralph Saxe: „Der Schlüssel für eine gute Versorgung liegt in einer abgestimmten regionalen Planung – zumal die Länder nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz genau dazu verpflichtet sind. Im niedersächsischen Landeskrankenhausplan werden Bremen und Bremerhaven bislang nicht einmal erwähnt.“
Andere Bundesländer seien hier bereits weiter, so Saxe: „Berlin und Brandenburg praktizieren seit 2020 eine gemeinsame Krankenhausplanung. Sie haben ihre Planungszeiträume harmonisiert, einen länderübergreifenden Regionalausschuss eingerichtet und sich auf gemeinsame Versorgungsziele, Planungsgrundsätze sowie eine einheitliche Datengrundlage verständigt. Das Klinikum Reinkenheide ist essenziell für die medizinische Versorgung im Land Bremen. Gerade vor dem Hintergrund, dass Bremerhaven bei der Lebenserwartung bundesweit zu den Schlusslichtern gehört, ist eine verlässliche und gut erreichbare Gesundheitsversorgung essentiell. Diese Aufgabe müssen wir gemeinsam angehen.“