Pressemitteilung | | 30.06.2017

Starkregen: Gründachverordnung für Neubaugebiete nötig

Zahlreiche vollgelaufene Keller und überschwemmte Straßen – das ist die Bilanz des gestrigen Unwetters. Solche extremen Niederschläge werden Bremen im Zuge des Klimawandels häufiger treffen, wie die Prognosen der Klimaforscher für die Nordwestregion zeigen. Um die Überflutungsgefahr durch lang anhaltenden Starkregen für die Menschen und auch den Logistikstandort zu verringern, fordert die Grünen-Fraktion u.a. eine Gründachverordnung für Neubaugebiete und mehr dezentrale Regenrückhalteflächen entlang des Kanalnetzes. Angesichts von zunehmenden Starkregen und der fortschreitenden Versiegelung der wachsenden Stadt lehnt die Grünen-Fraktion die Bebauung von Kleingartengebieten und Überschwemmungsbereichen wie Brokhuchting als kontraproduktiv ab. Der Schutz von Gebäuden und Verkehrswegen vor Überflutung muss verbessert werden, betont die Fraktionsvorsitzende Maike Schaefer: „Bremen muss sich für den Klimawandel wappnen, damit die Stadt lebenswert bleibt. Gerade Starkregen bedroht die Infrastruktur. Bremen wächst. Deshalb kommt es umso mehr darauf an, mit geeigneten Maßnahmen das Risiko von Überflutungen zu verringern. Dazu gehört, bei der Stadtentwicklung auf genügend unversiegelte Grünflächen zu achten.“

Die Grünen-Fraktion hält u.a. mehr Regenrückhalteflächen in den Stadtteilen für erforderlich, die das Risiko von überlasteten Kanälen und damit Gebäudeschäden infolge von Rückstau verringern. „Bei Extremregen werden diese abgesenkten Flächen gezielt geflutet, um die Wassermassen zwischenzuspeichern. Das dort zurückgehaltene Wasser wird dem Kanalsystem erst nach dem Unwetter wieder zugeführt. Das gilt es ebenso voranzutreiben wie die Entsiegelung von Flächen. Parkplätze können z.B. mit durchlässigen Gittersteinen statt Asphalt angelegt werden“, betont Maike Schaefer.

Die Grünen-Fraktion will außerdem in Neubaugebieten vermehrt Gründächer vorschreiben und dafür die Landesbauordnung ändern. „Begrünte Dächer halten Niederschläge zurück. Ein Großteil des Wassers verdunstet, der Rest fließt zeitverzögert ab. Als Nebeneffekt können begehbare Dächer mit Pflanzen zu einem attraktiven Erholungsort umgestaltet werden. Außerdem müssen private Hauseigentümer endlich wieder Fördermittel zum Bau von Gründächern erhalten. Derzeit werden solche finanziellen Zuschüsse nur für Geschosswohnungen gewährt. Das wollen wir ändern“, so Maike Schaefer.

Gerade in einer wachsenden Stadt wie Bremen, in der immer mehr Flächen versiegelt werden, kommt Grünflächen eine hohe Bedeutung zu. „Angesichts der Klimaprognosen mit mehr extremen Regenfällen kommt es darauf an, dass das Wasser versickern kann. Dies muss bei der Stadtentwicklung berücksichtigt werden. Kleingartengebiete zu bebauen oder auch Häuser in Überschwemmungsbereichen wie Brokhuchting zu errichten, lehnen wir deshalb weiterhin ab“, bekräftigt Maike Schaefer.

 

 

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