Pressemitteilung | | 15.02.2017

Niqab in Schule untersagen - freie Entfaltung ermöglichen

Ein allgemeines Vollverschleierungsverbot soll es nicht geben, das Tragen von Burka oder Niqab für Mädchen in der Schule aber untersagt werden: Das ist die Stoßrichtung eines Antrages, den der Landtag heute mit den Stimmen der rot-grünen Koalition beschlossen hat. Die Grünen-Fraktion lehnt die überkommene patriarchale Ideologie, die hinter der Vollverschleierung steht, ab. Die Erfahrungen anderer europäischer Länder, die Vollverschleierungsverbote erlassen haben, zeigen aber: Dort haben nur die Konflikte und Ausgrenzung zugenommen, die Anzahl von Burka tragenden Frauen hat sich hingegen nicht verringert. Die betroffenen Frauen werden dort in die gesellschaftliche Isolation gezwungen, was ihre Integration und die Unterstützung durch Beratungseinrichtungen erschwert. Mädchen müssen sich indes frei entfalten können. Deshalb will die Grünen-Fraktion eine Vollverschleierung in der Schule ausschließen. Dazu erklärt die geschlechterpolitische Sprecherin Henrike Müller: „Mädchen gehören nicht unter den Schleier. Sie müssen sich frei entfalten können. In den Schulen wollen wir deshalb das Tragen von Burka und Niqab präventiv unterbinden. Wir müssen den betroffenen Mädchen Freiräume verschaffen und sie stärken, damit sie sich für ein freies und unabhängiges Leben entscheiden können. Ein allgemeines Verschleierungsverbot wäre hingegen kontraproduktiv. Das würde gerade Frauen, die unfreiwillig in solchen Ehen und Communities leben, nur noch weiter isolieren. Ein Vollverschleierungsverbot würde den betroffenen Frauen jede Möglichkeit gesellschaftlicher Teilhabe nehmen und damit Hilfe für den Ausstieg erschweren. Durch Zwang lassen sich erwachsene Frauen nicht befreien. Wir müssen stattdessen die Beratungseinrichtungen unterstützen, die Frauen darin bestärken, ihr Leben frei von Zwang selbst zu bestimmen und zu gestalten.“

 

 

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