Pressemitteilung | | 07.12.2017

Anwendung von Glyphosat zum Schutz der Artenvielfalt beenden

Die Bürgerschaftsfraktion der Grünen drängt mit einem von SPD und Die Linke mitgetragenen Antrag darauf, die Anwendung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat in Deutschland zu beenden. Der Antrag sieht vor, dass die Zulassungsbehörden künftig im Sinne des Vorsorgeprinzips die fatalen indirekten Effekte von Pestiziden auf die Artenvielfalt stärker berücksichtigen müssen und die Bremer Straßenbahn AG auf den Einsatz von Glyphosat verzichtet. Nicht zuletzt soll Bremen alle landesrechtlichen Spielräume nutzen, um den Einsatz von glyphosathaltigen Mitteln auf Nichtkulturland zu untersagen. Gefährliche Ackergifte wie Glyphosat tragen zum dramatischen Insektensterben in der Bundesrepublik bei und haben damit verheerende Folgen für die biologische Vielfalt, so die umweltpolitische Sprecherin Maike Schaefer zu der heute im Parlament beschlossenen Initiative: „Durch den massiven Einsatz von Glyphosat und anderen Pestiziden droht ein ökologisches Desaster. Der Insektenschwund in Deutschland beträgt inzwischen bis zu 80 Prozent, wie die Auswertung von Langzeitdaten durch ein internationales Forscherteam gezeigt hat. Verschwunden sind vor allem Fluginsekten wie Bienen, Schmetterlinge, Mücken oder auch Libellen. Wildkräuter dienen vielen Insekten als Nahrungsquelle. Auf einem mit Glyphosat behandelten Feld lebt außer der behandelten Nutzpflanze nichts mehr, die Insekten finden keine Nahrung. Die ökologischen Folgen des Insektenschwundes sind dramatisch: Blüten fehlt es an Bestäubern, Vögeln an Nahrung, Schädlingen an natürlichen Feinden. Ohne Insekten kollabieren ganze Ökosysteme. Diese indirekten Folgen werden in den Zulassungsstudien für Pestizide nicht protokolliert. Eine Reform der Zulassungsverfahren ist überfällig. Dabei muss endlich das Vorsorgeprinzip berücksichtigt werden. Die hochindustrialisierte Landwirtschaft mit ihrem massiven Pestizid-Einsatz und ihrer Abhängigkeit von wenigen Chemie-Konzernen ist eine Sackgasse. Wir müssen zum Schutz der Artenvielfalt die Notbremse ziehen und brauchen einen Kurswechsel in der Agrarpolitik. Dazu gehört, die Anwendung bestimmter Pestizide wie Glyphosat zu untersagen.“

 

 

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