Große Anfrage „Entwicklungsstand der Europäischen Studienreform“

Die sogenannte Bologna-Reform hat die deutsche Hochschullandschaft grundlegend verändert. Das Ziel eines gemeinsamen europäischen Hochschulraumes sollte durch vergleichbare Studienstrukturen, eine Qualitätssicherung auf der Grundlage gemeinsamer Standards und Leitlinien sowie durch gemeinsame Transparenz-Instrumente erreicht werden. Die Grünen mit der wissrenschaftspolitischen Sprecherin Henrike Müller wollen nun vom Senat u.a. wissen, wie dieser den aktuellen Stand der Europäischen Studienreform an den bremischen Hochschulen bewertet.

Die Große Anfrage vom 18. Mai 2017, Drucksache 19/1073

In der Sitzung der Bürgerschaft Landtag am 24. August 2017 wurde die Große Anfrage debattiert.

„In Bremen haben wir den Bologna-Prozess stets konstruktiv, dabei nicht unkritisch, begleitet, weil wir überzeugt sind, dass eine gut funktionierende europäische Hochschullandschaft von entscheidender Bedeutung für die bildungspolitische Perspektive Europas ist. Inzwischen gehören ihr 48 Staaten an, das ist gar nicht hoch genug einzuschätzen“, zog Henrike Müller Bilanz. „Die Universitäten im Land Bremen haben sich schnell und sehr gut auf die neuen Strukturen eingestellt. Wie gut dies gelungen ist, zeigt sich u.a. daran, dass die Universität Bremen inzwischen eine der Universitäten mit Systemakkreditierung ist.“ Verbesserungsbedarf sieht die Grünen-Fraktion aber weiterhin bei der Mobilität von Studierenden und Lehrenden. Die enge und straffe Organisation der Studiengänge halte viele Studierende davon ab, sich ein Semester im Ausland zu erlauben. „Hier sollten die Studienverlaufspläne lockerer gestaltet werden“, so Henrike Müller. „Außerdem muss sichergestellt werden, dass auch diejenigen Studierenden Auslandserfahrungen sammeln können, die nicht mit finanzieller Unterstützung durch ihr Elternhaus rechnen können.“ Auch bei der Passgenauigkeit im Übergang vom Bachelor- ins Masterstudium gibt es in Bremen Luft nach oben: „Schon aus stadtentwicklungspolitischer Sicht haben wir doch ein großes Interesse daran, junge Menschen über das Bachelorstudium hinaus in Bremen zu halten“, so Henrike Müller.