Antrag „Schwerbehindertenausweis umbenennen“

Menschen mit Behinderungen erhalten einen speziellen Ausweis, der den Grad der Einschränkung aufführt. Die Bezeichnung als "Schwerbehindertenausweis" steht dabei in der Kritik. Viele Behinderte sehen in dem Begriff eine Fokussierung auf ihre Behinderung und fühlen sich vielfach stigmatisiert. Die Fraktionen von FDP, Grünen, SPD und CDU fordern den Senat deshalb in einem gemeinsamen Antrag auf, sich mittels einer Bundesratsinitiative für eine Umbenennung des Schwerbehindertenausweises einzusetzen. Die Umbenennung soll in Abstimmung mit den Betroffenen erfolgen und deren Wünschen und Forderungen Rechnung tragen. Für die Grünen zuständig ist Kirsten Kappert-Gonther. 

Der Antrag vom 4. April 2017, Drucksache 19/1011

In der Sitzung der Bürgerschaft Landtag am 6. April 2017 wurde der Antrag beschlossen.

Für Kirsten Kappert-Gonther ist die angestrebte Umbenennung des Schwerbehindertenausweises Ausdruck des Paradigmenwechsels in der Behindertenpolitik, „weg vom Fürsorge-Gedanken hin zu Teilhabe und radikaler Gleichberechtigung.“ Sprache transportiere nicht nur Haltungen, sie forme diese auch. Die Umbenennung dokumentiere das Recht von Menschen mit Behinderung, nicht noch zusätzlich von der Gesellschaft behindert zu werden. Auch wenn die Grünen den Namen „Teilhabeausweis“ für einen guten Vorschlag halten, ist es für Kirsten Kappert-Gonther richtig und angemessen, den Behindertenverbänden die Entscheidung der Namensgebung zu überlassen - nach dem Motto "nicht über uns ohne uns!".