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Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft. Sie müssen eine Chance in unserer Gesellschaft bekommen – unabhängig von ihrem sozialen Stand und ihrer Herkunft. Grünes Ziel ist, von Anfang an mehr Bildungsgerechtigkeit herzustellen und die frühkindlichen Bildungsangebote weiter zu verbessern. Die Investition in den Nachwuchs verspricht die beste Zukunftsrendite. Deshalb ist der Ausbau der Kinderbetreuung auch in dieser Legislaturperiode ein finanzieller Schwerpunkt. Ebenso wie der Ausbau kindgerechter Ganztagsschulen. Deshalb sorgen wir für die Sprachförderung ab dem Kindergarten-Eintritt. Zugleich ist für uns der Schutz von Kindern und Jugendlichen ein dauerhafter Schwerpunkt.
Auf den Anfang kommt es an: Deshalb hat der Ausbau der Kinderbetreuung für uns weiterhin hohe Priorität. Das ermöglicht die bessere Förderung der ganz jungen BremerInnen und erleichtert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ab 2013 hat jedes Kind ab dem ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf Betreuung, den wir umsetzen werden. Bremen soll das erste Bundesland sein, das für 3- bis 6-jährige Kinder einen sechststündigen Betreuungsanspruch festschreibt. Der Ausbau der Kinderbetreuung soll bedarfsgerecht erfolgen. Die Leistungsfähigkeit der engagierten Elternvereine wollen wir sicherstellen. Für bedürftige Kinder bleibt das kostenlose und gesunde Mittagessen in der Kita und im Hort erhalten.
![Platz für Kinder [Quelle: © Dieter Schütz / PIXELIO] Platz für Kinder [Quelle: © Dieter Schütz / PIXELIO]](../../../media/68/68731.platz_fuer_kinder_quelle_dieter_schuetz.jpg)
Im Bereich der Qualitätsentwicklung setzen sich die Grünen für eine verbesserte Ausbildung der pädagogischen Fachkräfte ein. Kinder brauchen für ihre Entwicklung und Bildungschancen in den Tageseinrichtungen qualifiziertes, fachlich kompetentes Personal. Gerade die Förderung in den ersten sechs Jahren ist von entscheidender Bedeutung für die Zukunftschancen der Kinder. In der frühen Kindheit werden die Grundlagen für alle nachfolgenden Bildungsprozesse gelegt: der Aufbau von Sozialkompetenz, die Entwicklung der körperlichen Geschicklichkeit, die Ausbildung des Sprachvermögens, der sinnlichen Wahrnehmungsfähigkeit, der Phantasie und des Denkens. Die Qualität des Lernens und des interaktiven Umfeldes, das den Kindern in den Kindertagesstätten geboten wird, hängt eng mit dem Niveau der Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher zusammen. ErzieherInnen übernehmen heute neben der Betreuung wichtige zusätzliche Aufgaben wie Sprachförderung oder die Stärkung der Sozialkompetenz. Dafür muss die Ausbildung weiter entwickelt werden.
Darüber hinaus wollen die Grünen in Kitas, aber auch Freizeitheimen und Schulen den Anteil von PädagogInnen mit Migrationshintergrund deutlich erhöhen. Denn sie haben eine wichtige Vorbildfunktion für Kinder aus Migrantenfamilien. Zudem können sie sich in die Situation von Kindern mit Migrationshintergrund hineinversetzen und sie bei Problemen besser unterstützen.
Wir wollen die Zusammenarbeit von Kindergärten, Hort und Grundschulen als auch zwischen Schule und Jugendhilfe stärken. Die Kinder und Jugendlichen sollen so Unterstützung erhalten, die die ganze Familie im Blick hat.
Wir treiben den Ausbau von Ganztagsschulen weiter voran. Bildung ist die wirksamste Möglichkeit, auch Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern eine Perspektive zu verschaffen. In den Grundschulen wird die Basis für den künftigen Schulerfolg gelegt. Ganztagsgrundschulen können eine kindgerechte Lernkultur umsetzen, die auf die Interessen und Möglichkeiten des einzelnen Kindes eingeht und Freude am Lernen und Leistung vermittelt. Die Kinder profitieren vom Ganztagsbetrieb, der mehr Zeit zum Lernen und gemeinsame Aktivitäten lässt. Das Freizeitangebot gibt jedem Kind die Chance, seine besonderen Fähigkeiten zu entdecken und zu entfalten.
Wir halten zudem am Impulsprogramm fest, aus dem u.a. die Sanierung und Umgestaltung von Spielplätzen und Pausenhöfen in den Stadtteilen finanziert werden. Schön gestaltete Schulhöfe sind wichtig, damit Kinder und Jugendliche sich zwischen den Unterrichtsstunden gut erholen und neue Kraft schöpfen können. Intakte Spielplätze sind eine Voraussetzung, um dem Bewegungsmangel von Kindern entgegen zu wirken.
Um die Vernachlässigung von Kindern frühzeitig zu erkennen und den Kinderschutz zu stärken, haben wir den Bereich Kindeswohl personell verstärkt. Wesentliche Bedeutung hat die Vernetzung verschiedener Berufsgruppen, die mit Kindern arbeiten. Inzwischen gibt es klare Zuständigkeiten, verbindliche Kooperations- und Meldestrukturen. Der neu geordnete Kinderschutz soll weiterentwickelt werden, besonders wichtig ist dabei auch die stärkere Vernetzung mit dem Gesundheitssystem. Die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder haben wir verbindlich gestaltet. Familien, die mit ihren Kindern nicht an den Untersuchungen teilgenommen haben, werden aufgesucht.
Als weiteren Baustein für einen umfassenden Kinderschutz haben wir die Obduktionspflicht für Kinder unter sechs Jahren eingeführt. Schütteltrauma oder Tod durch Ersticken ist gerade bei Kleinkindern trotz intensiver äußerlicher Leichenschau sehr schwer bis gar nicht zu erkennen. Viele Kindstötungen bleiben deshalb nach Einschätzung von Fachleuten bisher unentdeckt. Nun müssen RechtsmedizinerInnen jedes Kind unter sechs Jahren, bei dem die Todesursache unklar ist, untersuchen. Eltern können gegen die Obduktion binnen 24 Stunden Einspruch erheben. Dann entscheidet ein/e RichterIn. Ausgenommen bleiben tote Kinder, die eine schwere Vorerkrankung hatten oder deren Todesursache zweifelsfrei erkennbar ist. Die Obduktionspflicht soll die Aufklärungsquote bei Kindstötungen erhöhen. Wird bei der Obduktion ein gewaltsamer Tod des Kindes nachgewiesen, können beispielsweise Geschwister besser geschützt werden. Die Obduktionspflicht gilt zunächst für zwei Jahre. In diesem Zeitraum sollen die Erfahrungen ausgewertet werden, um die Wirkung des Gesetzes bewerten zu können.
Wir wollen ein kinder- und familienfreundliches Bremen. Kinderlärm ist kein Grund zur Klage, sondern unsere Zukunftsmusik. Im Bremer Immissionsschutzgesetz ist deshalb inzwischen klar geregelt, dass Kinderlärm nicht mit Industrielärm oder Autolärm gleichzusetzen ist. Schulen und Kindertagesstätten müssen in der Mitte der Gesellschaft bleiben - und dürfen nicht an den Rand gedrängt werden.
Um die Interessen von Kindern und Jugendlichen besser zu berücksichtigen, wollen wir das in Schwachhausen erfolgreich erprobte Konzept der Spielleitplanung auf andere Stadtteile übertragen. Jugendliche sollen mehr einbezogen werden, wenn es um ihre Belange geht. Damit sie in ihrem Lebensumfeld mehr mitgestalten können, setzen wir uns für die Einrichtung von Jugendbeiräten ein.
Wir nehmen den Jugendschutz ernst. Die Zahl der Jugendlichen, die mit einer Alkoholvergiftung in Bremer Krankenhäusern landen, ist erschreckend. Neben einer wirkungsvollen Präventionsarbeit gilt es deshalb, die Einhaltung der Jugendschutz-Bestimmungen durchzusetzen. Wir setzen jugendliche Testkäufer ein, um das weit verbreitete laxe Verhalten beim Verkauf von hochprozentigem Alkohol an Minderjährige zu unterbinden.
Jugendliche müssen wirkungsvoll beteiligt werden. Sie sind am längsten von heutigen Entscheidungen der Politik betroffen. Darum sollen sie mitentscheiden. Bremen lässt mit grüner Regierungsbeteiligung als erstes Bundesland 16-Jährige den Landtag mit wählen. Mit der Absenkung des Wahlalters schaffen wir mehr Generationengerechtigkeit. Außerdem wollen wir damit die Distanz von Jugendlichen gegenüber der Politik verringern.

