Springe direkt zu: Contentbereich, Hauptnavigation, Suche
Sie sind hier:
Hochschulen und Wissenschaft in Bremen und Bremerhaven tragen entscheidend zur Entwicklung und zum Strukturwandel unserer beiden Städte bei. Sie sind bedeutende Innovationsmotoren für das Land Bremen. Durch sie ist es gelungen, zahlreiche zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen. Die Ausbildung einer hohen Zahl gut qualifizierter Hochschulabsolventinnen und –absolventen wird auch in Zukunft eine zentrale Rolle für die Entwicklungsfähigkeit unseres Landes spielen.
![Hörsaal [Quelle: ©iStockphoto.com/lisapics] Hörsaal [Quelle: ©iStockphoto.com/lisapics]](../../../media/69/69243.hoersaal_quelle_istockphoto_comlisapics.jpg)
Die Hochschulen in Bremen und Bremerhaven haben in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen Hervorragendes geleistet. Das gilt für die praxisnahe und zugleich internationale Ausbildung an den Fachhochschulen, für die renommierte Arbeit an der Hochschule für Künste als auch für die Entwicklung von exzellenten Forschungsprogrammen der Universität. Diese Arbeit wollen wir unterstützen und unsere Aufmerksamkeit weiterhin auf gute Lehre und Ausbildung richten. Angesichts des demographischen Wandels und Fachkräftemangels ist der gut ausgebildete Nachwuchs wichtig. Deshalb setzen wir das millionenschwere Programm „Gute Lehre“ fort. Forschung und Lehre müssen als Einheit begriffen werden und sich gegenseitig befruchten. Erkenntnisse aus der Forschung müssen in der Lehre vermittelt werden. Schließlich sollen AbsolventInnen die Hochschulen mit dem neuesten Forschungsstand im Gepäck verlassen. Wir wollen, dass mehr junge Menschen an die Hochschulen gehen und eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung machen können. Auch sollen sich mehr Frauen und Männer für Berufe direkt in der Wissenschaft qualifizieren.
Häufig ausfallende Sprechstunden bei einer/m HochschullehrerIn, ungerechte Behandlung bei Prüfungen - bei solchen Problemen sollen sich Studierende künftig an eine neutrale Ombudsperson wenden können, die von ihnen vorgeschlagen und aus dem Kreis der Hochschullehrenden berufen wird. Das hat die Bürgerschaft auf grüne Initiative beschlossen.
Angesichts der Herausforderungen an Hochschulen, Wissenschaft und Forschung werden wir einen Wissenschaftsplan 2020 erarbeiten. Dabei werden wir uns von einer Expertenkommission unterstützen lassen.
Wir unterstützen die Exellenzinitiative der Universität und stehen zu der hervorragenden Forshcung im Land Bremen. Wir wollen u.a. die internationale Spitzenstellung der Meeresforschung, die zugleich Klimaforschung ist, weiter ausbauen. Diesen größte Wissenschaftsschwerpunkt des Landes (ca. 1200 WissenschaftlerInnen) wollen wir mit den Ingenieurwissenschaften, der Luft- und Raumfahrt, Bionik, Robotik und Logistik vernetzen und z.B. die Unterwasserrobotik in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen und dem Institut für Marine Ressourcen (IMARE) in Bremerhaven weiterentwickeln. Allerdings wollen wir auch, dass die Forschung an den Makaken beendet wird.
Wir wollen den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in Bremen und Bremerhaven weiter verbessern. Wir brauchen an unserem Wirtschaftsstandort innovative Produkte. Das schafft auch neue Arbeitsplätze. Wir werden insbesondere die bestehenden Förderinstrumente dahingehend überprüfen, ob sie auf die Bedürfnisse der Akteure passen.
Keine andere Institution zieht so viele kreative Köpfe nach Bremen wie die Hochschulen. Sie bilden damit einen stetig nachwachsenden Pool quirliger Kreativität. Es sind die Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die erheblich zu einem Klima von Kreativität und Toleranz beitragen, das wichtig ist, um den Stadtstaat prosperieren zu lassen. Die besten Köpfe bindet eine Hochschule zunächst über sehr gute Lehre an sich.
In der Arbeitswelt sind Wissen und Kreativität heute die zentralen Produktivkräfte. Kreativität meint hier die Transformation von Ideen in Wissen, Kunstwerke und Produkte. Die Schulung und Entfaltung von kreativen Potenzialen durch ein Studium ist für die Zukunftschancen der einzelnen Menschen und der Gesellschaft insgesamt wichtig. Die gute Bildung der einzelnen Menschen trifft auf einen Arbeitsmarkt, der die gebildete Kreativität einer großen Menge von Menschen benötigt. Wir halten es deshalb für höchst erstrebenswert, das Bremer Bildungssystem so zu verbessern, dass künftig die Hälfte eines Jahrgangs die Hochschulreife erlangen kann.
Nach der weitgehend abgeschlossenen Umstrukturierung hin zu Bachelor- und Masterstudiengängen werden wir daran festhalten, dass der Übergang zu weiterführenden Masterstudiengängen nicht mit Quoten begrenzt wird. Ein vielfältiges Angebot und ein zeitlich übersichtliches und gut organisiertes Studium sind wichtig dafür, dass möglichst viele, die studieren wollen, dies auch tun. Wir sehen allerdings Nachbesserungsbedarf. Stichworte sind: Weniger Prüfungen, weniger Verschulung, mehr Zeit zum Denken, sichere Studienfinanzierung. Mit dem neuen Hochschulgesetz haben wir den Hochschulen die Möglichkeit gegeben, die Verschulung und den Prüfungswildwuchs einzudämmen. Wir haben die Hochschulzulassung für Nicht-Abiturienten erweitert, weil alle jungen Talente eine Chance haben sollen. Und weil es ansonsten nach zuverlässigen Prognosen ab 2015 in vielen Arbeitsmarktsektoren zu wenige Absolventinnen und Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen geben könnte.
Niemand soll durch hohe finanzielle Belastungen vom Studium abgehalten werden. Bildung ist ein öffentliches Gut und eine gesellschaftliche Zukunftsherausforderung, die über unsere Innovationsfähigkeit in einer globalisierten Welt mitentscheidet. Deshalb bleibt das Erststudium bis zu einem Masterabschluss gebührenfrei. Im Bund setzen wir uns für ein Zwei-Säulen-Modell ein. Sämtliche Familienbeihilfen - wie z.B. Kindergeld und Steuerfreibeträge - sollen den Studierenden künftig von ihren Eltern unabhängig ausgezahlt werden. Gleichzeitig wollen wir, dass das BAFöG weiterentwickelt wird und die Bedarfssätze an die Preisentwicklung angepasst werden.
Die Frauenförderung muss weiter besondere Berücksichtigung finden. Bei den Studierenden ist die Geschlechterparität erreicht. Aber je weiter die wissenschaftliche Karriere führt, desto dünner wird der Frauenanteil. Bislang sind beispielsweise die Lehrstühle in Bremen im Durchschnitt aller Fakultäten nur zu 17,6 Prozent an Professorinnen vergeben. Das bedeutet, dass die Hochschulen einen Großteil des intellektuellen Potenzials nicht ausschöpfen. Wir wollen, dass 40 Prozent der ausgeschriebenen Stellen in den jeweiligen Hierarchiestufen und Funktionsbereichen mit Frauen besetzt werden.
Wir schätzen die Arbeit der privaten Jacobs University Bremen. Die enge Zusammenarbeit von Universität Bremen und JUB hebt das Innovationspotenzial und stärkt den Standort Bremen.
Wir werden uns für die Abschaffung des Kooperationsverbotes von Bund und Ländern einsetzen. Das Verbot untersagt dem Bund, Investitionen in Bildung zu tätigen und für eine gerechte Lastenverteilung bei der Hochschulfinanzierung in Deutschland zu sorgen. Bildung ist eine gesamtstaatliche Aufgabe. Insbesondere Haushaltsnotlageländer wie Bremen dürfen dabei nicht alleine gelassen werden. Die Hochschulfinanzierung muss auf gerechte Grundlagen gestellt werden: wir bilden im Land Bremen weit mehr Studierende aus als es viele andere Länder im Vergleich tun. Damit nehmen wir gesamtstaatliche Verantwortung wahr. Ein Haushaltsnotlageland wie Bremen bildet derzeit für das reiche Bayern aus, das nicht genügend Studienplätze zur Verfügung stellt.
