Springe direkt zu: Contentbereich, Hauptnavigation, Suche
Sie sind hier:

Ausstellung vom 17.11. 2011 bis 16.3. 2012
Händels Triebfeder für ihr künstlerisches Schaffen ist die Suche nach formalen und inhaltlichen Ähnlichkeiten und Unterschieden im Hinblick auf die menschliche Identität. Sie fahndet in ihren Papierfaltungen nach den Nahtlinien zwischen ICH und DU – er_findet sich im Entwickeln filigraner Portraits, bestehend aus Fragmenten 'fremder' Hände, immer wieder aufs Neue. Dazu bedient sie sich aus ihrem reichhaltigen Fundus fotografischer Abbildungen ihrer KunstAktionen im öffentlichen Raum, bei denen sie Portraits unter bestimmten Gesichtspunkten inszenierte.
Auch in ihrem jüngsten partizipatorischen Werk, dem Projekt 'hands_HOLDING', inszenierte die Künstlerin Fotos für eine Raum-Neugestaltung mit Fotokopjekten, wie sie selbst ihre Arbeiten nennt. Entstanden sind diese bei einer Begegnung zwischen Schülern des Ökumenischen Gymnasiums und Bewohnern der Pflegestation der Residenz Ichon-Park und beschäftigen sich mit der menschlichen Handlungsenergie, die im Laufe des Alterungsprozesses abnimmt. 'Die Hand' als elementares identitäres Merkmal spinnt die Künstlerin in 'synergetic landscapes' thematisch weiter.
In der aktuellen Ausstellung entwirft Sylvia Christina Händel aus in Papier gefalteten Detail-Ansichten von Händen facettenreiche Landschaften, die mittels einfacher Nuancierungen, Wiederholungen und Figur-Umraum-Kontrastierungen Prägnanz erzeugen. Die Faltungen basieren zum Teil auf Arbeiten der Schüler, womit sie ihren Werk-Begriff: Kunst als Teilhabe weiter einführt und ihn mit ihrem Ausstellungstitel, in dem der Begriff der 'Synergie' enthalten ist, unterstreicht.
Hände symbolisieren für die Künstlerin Energie und Austausch und können wie Seelenlandkarten gelesen werden, in denen das gelebte Leben enthalten ist ... Hände sprechen Bände. – So sind für sie aus der intensiven künstlerischen Begegnung mit den Schülern synergetische Effekte entstanden, die weiter reichen. Denn jede tiefe Begegnung hinterlässt etwas in uns, was weiter bewegt werden will.
Else-Maria Vogel

Vielleicht kennen Sie auch Erlebnisse und Wahrnehmungen dieser Art: Sie sehen einen Menschen in sein Auto einsteigen. Passt der Mensch zu seinem Auto? Und warum? Oder welcher Mensch sucht sich welchen Hund als Begleiter aus?
Wer bin ich? Und - Wer ist der andere?
Diese Fragen basieren auf einem Schlüssel-Erlebnis, welches ich während meines Studiums hatte. Beim Akt- und Portraitstudium – zeichnerisch und plastisch – fiel mir immer wieder auf, wie sich ›eigene‹ Proportionen in der Abbildung des ›anderen‹, d.h. des Modells widerspiegelten. Studiert man die Portrait-Zeichnungen von Picasso, findet man meist auch die Proportionen seines Gesichts, seiner Physio-gnomie. Er lässt sich über seine Zeichnungen von anderen Menschen identifizieren. Im Bemühen, das Gegenüber zu erfassen, wird sowohl der andere Mensch sichtbar als auch die jeweils eigene Person.
![]() | The Thirteen Lives Of Picasso, Ausschnitt, 2001 © Sylvia Christina Händel |
Seitdem hat mich die Frage nicht mehr losgelassen:
Mich interessiert insbesondere die Nahtlinie, aber auch die Schnittmenge zwischen Ich und Du, zwischen mir und meinem Gegenüber.
sylvia christina händel
Sylvia Christina HändelBiographie |
|
Geboren 1964 in Bruchsal, Deutschland
1985 bis 1987 Holzschnitzerlehre, Schonach
1988 bis 1992 Diplom in Kunst und Therapie an der Fachhochschule Ottersberg
1993 bis 1997 Freie Mitarbeit an der KunstschuleStuhr
Seit 1998 künstlerisch freischaffend in Bremen und Barcelona