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Die nukleare Katastrophe in Fukushima hat Auswirkungen auf den internationalen Schiffsverkehr. Was passiert, wenn radioaktiv belastete Schiffe aus Japan Bremerhaven und Bremen ansteuern, erläutert Frank Willmann, hafenpolitischer Sprecher der Bürgerschaftsfraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN.
Werden strahlenbelastete Schiffe aus Japan auch in Bremerhaven anlanden?
Bremerhaven und Bremen sind Anlaufhäfen für Schiffe auf der Ost-Asien-Linie. Die meisten Schiffe durchlaufen allerdings mehrere Häfen und sind daher schon mehrfach kontrolliert worden, wenn sie in Bremerhaven eintreffen. Die zuständigen Sicherheitsbehörden im Land Bremen haben das Thema aber genau im Blick. Es muss jetzt geklärt werden, wie die radioaktive Belastung von Schiffen von vornherein verhindert oder verringert werden kann. So könnten gegebenenfalls die Sicherheitsabstände der Schiffe zur japanischen Küste ausgeweitet werden. Wir wissen übrigens nicht, inwieweit die natürliche Reinigung durch Seewasser und Regen bei der Überfahrt ausreicht, um die Strahlung abzuwaschen. Auch dieser Frage muss nachgegangen werden.
Was passiert mit den Schiffen, wenn sie strahlenbelastet sind?
Belastete Schiffe werden mit Sicherheit nicht die Häfen unseres Landes anlaufen. Sie werden entweder auf Reede gelegt, um dort geeignet dekontaminiert zu werden, oder sie werden wieder „nach Hause“ geschickt. Auf der Außenweser, also beim Einlaufen, werden die Schiffe von den Behörden im Zweifel aus der Luft bemessen. Die Waren, seien es Schüttgüter wie Kohle oder Erze, Container oder Autos, werden dann nochmal getrennt stichprobenartig überprüft. Es gilt ein Grenzwert von 4 Becquerel pro Quadratzentimeter Strahlung. Alles, was oberhalb dieses Wertes liegt, gilt als bedenklich. Die Situation ist für alle Beteiligten neu. Gleichwohl handeln die Behörden derzeit schnell und koordiniert. Wenn sich allerdings die Verstrahlung des Meeres ausbreitet, werden sicher weitere nicht direkt aus Japan kommende Schiffe kontrolliert werden müssen. Die Meeresströmung trägt die Radioaktivität schließlich weiter in den Pazifik. Die Reeder und Häfen werden vor neue Probleme gestellt. Die jetzige Lage mahnt zur Vorsicht.