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| Veranstaltungsart | Fotoausstellung |
|---|---|
| Datum, Uhrzeit | 10.02.2011 |
| Anschrift | Schlachte 19/20 28195 Bremen |
| VeranstalterInnen | Fraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN |
| jwa@uft.uni-bremen.de |
Bilder und Texte von Jürgen Warrelmann
Ausstellung vom 10. Februar bis Mai 2011
Hintergrund und Ausstellungskonzept
Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise hat uns mit aller Deutlichkeit vor Augen geführt: Wir sind in einem Geflecht globaler Abhängigkeiten verstrickt, die wir kaum mehr überblicken, geschweige denn kontrollieren können. Diese Erkenntnis trifft mindestens ebenso deutlich auf die ökologische Krise zu. Waren über lange Zeit die Auswirkungen des Menschen auf die Umwelt nur regional sichtbar, so haben heute unsere Eingriffe globale Konsequenzen, und dies ist nirgendwo so offensichtlich wie beim Klimawandel. Wie aus Ökobilanzen hervorgeht, leben wir bereits seit dem Jahr 1987 über unsere Verhältnisse, d.h. wir verbrauchen Jahr für Jahr mehr Ressourcen als unser Planet nachhaltig produzieren kann.
Die ökologische Krise ist also längst Realität. Aber warum tun wir nichts oder viel zu wenig dagegen ? Der Harvard-Psychologe David Gilbert gibt Antworten: Für uns Menschen in den Industrieländern der westlichen Welt ist die Krise zu weit weg und zu wenig spürbar. Sie erreicht uns nicht, macht uns nicht wirklich betroffen. Ganz anders verhalten wir uns, wenn die Auswirkungen der Krise nicht irgendwo auf der Welt, sondern vor unserer eigenen Haustür spürbar werden. Das Elbehochwasser 2002 – die sogenannte Jahrhundertflut, die zu einem erheblichen Teil durch menschliche Eingriffe in die Natur verursacht worden ist – hat dies überaus deutlich gemacht. Eine Welle der Hilfsbereitschaft wurde ausgelöst. Unzählige Freiwillige reisten aus ganz Deutschland an, um Wasser abzupumpen, Schlamm wegzuschaufeln, aufzuräumen. In einer der größten Spendenaktionen in der Geschichte der Bundesrepublik wurden rund 130 Millionen Euro gesammelt.
Das Ereignis der Jahrhundertflut zeigt: Die Krise muss unsere Herzen erreichen, damit wir handeln. Der Psychotherapeut Andreas Meißner spricht in seinem Buch „Mensch – was nun?“ vom emotionalen Ergriffensein, das zu einem Umdenken und letztlich zu einem Wandel unserer Wertvorstellungen führen kann. Genau an diesem Punkt setzt die Ausstellung „einsichten“ an. Sie bedient sich des Mediums Fotografie, um Botschaften zu vermitteln, die uns innerlich berühren sollen. Es sind Bilder, die uns vertraut sind – Situationen aus unserem Alltag, unserer Freizeit, unseren Urlauben – und uns doch, oft erst auf den zweiten Blick stutzen lassen, betroffen machen, zu Einsichten verhelfen. Letztlich steht die Frage im Raum: Durch welche Werte lasse ich mich im Umgang mit der Krise leiten ? Die Antwort auf diese Frage kann nur zutiefst persönlicher Natur sein.
Die Ausstellung besteht aus einer Auswahl von Fotografien aus den Jahren 2005 bis 2010, die zum Teil verfremdet wurden. Für die beabsichtigte Wirkung werden verschiedene Gestaltungsmittel eingesetzt, darunter der jeweils bewusst gewählte Blickwinkel sowie das Wechselspiel von Schärfe und Unschärfe, von Formen, Farben und Dimensionen. Komplettiert werden die Bilder jeweils durch Kurztexte, die Denk- und Diskussionsanstöße liefern sollen.
Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 10. Februar, um 19.30 Uhr
Begrüßung: Maike Schaefer, Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN
Eröffnung: Jürgen Warrelmann, Universität Bremen
Ort: Geschäftsstelle der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Entrées zu den Fraktionsräumen, 2. Etage