Bündnis 90/Die Grünen - Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft

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Bericht

14. Januar 2011

Bahnlärm verringern!

Grüne fordern besseren Schutz für AnwohnerInnen

Bahnlärm-DiskussionDiskutierten über besseren Lärmschutz (v.l.): Ulrich Bischoping (DB AG), Andreas Hoetzel (BLG) und Maike Schaefer (Bündnis 90/DIE GRÜNEN).

Zum Thema Bahnlärm haben jüngst ExpertInnen auf Einladung der Bürgerschaftsfraktion von Bündnis 90/DIE Grünen im Concordia-Theater diskutiert.

Walter Ruffler, Sprecher der Bürgerinitiative gegen Bahnlärm, zeigte die aus seiner Sicht notwendigen Maßnahmen für einen besseren Lärmschutz in Bremen auf. Dazu gehören ihm zufolge eine Modernisierung der Güterwaggons, ein Tempolimit und ein Nacht- und Sonntagsfahrverbot für laute Güterzüge. Bestehende Lücken in den Lärmschutzwänden müssten geschlossen werden. Überdies wäre eine Anlaufstelle für betroffene Bürger wünschenswert. „Das Anliegen der Betroffenen ist berechtigt, denn Bahnlärm macht genauso krank wie Flug- oder Straßenlärm", betonte Walter Ruffler.

Ulrich Bischoping, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG, forderte eine bundesgesetzliche Regelung für besseren Lärmschutz. Eine sofortige Lösung auf freiwilliger Basis sei für die Bahn schwer vorstellbar, weil die Kosten für die Umrüstung der Waggons erheblich seien. „Die Optimallösung wäre, das Nadelöhr Bremen zu umfahren – das ist aber ein langfristiges Mammutprojekt“, so Bischoping.

Auch Andreas Hoetzel, Sprecher der Bremer Lagerhaus-Gesellschaft (BLG), sprach sich für eine politische Lösung aus. Besondere Anreizsysteme könnten Anbieter dazu bewegen, die Güterzüge umzurüsten. Der Fuhrpark der BLG sei größtenteils auf dem neuesten Stand der Technik und dadurch besonders leise, so Hoetzel.

Wolfgang Golasowksi, Staatsrat beim Senator für Umwelt und Verkehr, betonte, dass Bremen bereits im Bundesrat für einen besseren Lärmschutz aktiv geworden sei. Golasowksi nahm die Bahn als staatliches Unternehmen aber zusätzlich in die Pflicht, auch freiwillig für Lärmschutz zu sorgen. Die Schaffung einer Anlaufstelle für Bürger, wie von der Bürgerinitiative gefordert, stellte er in Aussicht.

Maike Schaefer, verkehrspolitische Sprecherin der grünen Bürgerschaftsfraktion abschließend: „Es darf kein ’Ping pong’ mehr zwischen der Politik und der Bahn geben. Das Ziel des lückenlosen Schutzes vor Bahnlärm muss klar formuliert und gemeinsam verfolgt werden. Wir werden einen Stufenplan entwickeln mit kurz- und mittelfristigen Lärmschutzmaßnahmen und diese einfordern und umsetzen.“

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