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Interview

30. November 2010

„Wappen von Hamburg“ wird verschrottet

Wappen von Hamburg [Quelle: Wikipedia]Die ehemalige "Wappen von Hamburg" im Bremerhavener Fischereihafen.Die „Wappen von Hamburg“, jetzt „Mercator II“, wird verschrottet. Der traurige Rest des Schiffes, ohne Aufbauten oder Einbauten, hat Bremerhaven am vergangenen Freitag verlassen. Die Grünen zeigen sich erleichtert. Das ehemalige Seebäderschiff drohte zu sinken. Außerdem gingen von dem Schiffswrack Umweltgefahren aus, wie Frank Willmann, hafenpolitischer Sprecher der Bürgerschaftsfraktion, im Interview erläutert.

Warum lag die „Wappen von Hamburg“ zwei Jahre lang als Wrack in Bremerhaven?

Die „Wappen von Hamburg“ war im Seebäderverkehr zwischen Cuxhaven und Helgoland im Einsatz. Im Jahr 2007 wurde sie dann außer Dienst gestellt. Mit der Mercator Shipping Corporation fand sich schließlich ein Investor, der das Schiff in Bremerhaven zu einer Kreuzfahrtyacht umbauen wollte. Der Investor meldete plötzlich Insolvenz an und verschwand auf die Jungferninseln. Die ehemalige „Wappen von Hamburg“, die nun „Mercator II“ hieß, lag dann über zwei Jahre im Fischereihafen. Das Schiff war ein schwimmendes Wrack, von dem Umweltgefahren und Gefahren für den Schiffsverkehr ausgingen.

Anlass für die grüne Bürgerschaftsfraktion, eine Kleine Anfrage an den Senat zur richten…

Frank WillmannWir wollten wissen, welche Gefahren für Mensch und Natur von dem Wrack ausgehen und wer die Entsorgung übernimmt. Die Anfrage zur „Gefahr durch Schiffsumbau im Bremerhavener Fischereihafen“ hat ein unerwartet hohes Interesse hervorgerufen. Auch Polizei und Staatsanwaltschaft haben sich dann mit dem im Fischereihafen liegenden Schiffsrumpf beschäftigt. An Bord befanden sich schließlich Treibstoffreste, Asbestreste und andere Betriebsstoffe. Außerdem wurden erhebliche Sicherheitsmängel festgestellt, da das Schiff auch keine eigenen Trimmeinrichtungen mehr besaß.

Wer übernimmt die Entsorgungskosten für das Wrack?

Dem im Ausland ansässigen Eigentümer wurden zwar klare Ansagen und Auflagen gemacht. Allerdings entpuppte sich die Reederei als Briefkastenfirma mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln. Der Eigner war nicht greifbar und hat sich nie wieder gemeldet. Da die „Mercator II“ inzwischen von der sichernden Bank aufgegeben wurde, war das Schiff besitz- und versicherungslos. Die Hafenbehörde hat nun gehandelt. Die ehemalige „Wappen von Hamburg“ ist an eine Werft verkauft und wird in Dänemark verschrottet. Die bereits entstandenen Kosten sollen über den Verkauf wieder reingeholt werden.

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