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Bericht

5. Oktober 2010

Staatsarchiv platzt aus allen Nähten

Grüne: Bauhöhenbeschränkung für Neubau überdenken

Besuch im StaatsarchivV.l.: Beiratssprecher Michael Rüppel, Karin Krusche, Archivleiter Dr. Konrad Elmshäuser und Hermann Kuhn.Das Bremer Staatsarchiv ist rappelvoll. Dafür sorgt zum einen die hohe NutzerInnenzahl, mit der das Archiv bundesweit einen der Spitzenplätze belegt. Zum anderen füllen Urkunden, Amtsbücher und Akten das Haus bis unters Dach. Dieser Zustand bereitet Archivleiter Dr. Konrad Elmshäuser zunehmend Kopfzerbrechen, wie die grünen Bürgerschaftsabgeordneten Karin Krusche und Hermann Kuhn sowie Beiratssprecher Michael Rüppel jetzt während eines Archiv-Besuches erfuhren.

„Wir platzen aus allen Nähten. Um die Flut an Material auch in Zukunft aufnehmen und archivieren zu können, brauchen wir einen Neubau. Nur so können wir den Verfall von Schriftgut verhindern“, betonte der Archivleiter. Aufgrund des Platzmangels wurden bereits zusätzliche Aufbewahrungsorte im Stadtgebiet eingerichtet. Sogar eine alte Bunkeranlage muss als Not-Archiv herhalten. Der Bestand wächst stetig. So müssen neuerdings auch sämtliche Unterlagen der Standesämter archiviert werden. Das sorge für zusätzliche Belastung, berichtet Dr. Konrad Elmshäuser.

Die Lösung wäre ein Archiv-Neubau auf dem Gelände des Staatsarchivs. Aber abgesehen von der Finanzierung: Eine große Hürde ist der Bebauungsplan. Denn der sieht für das Areal eine maximale Bauhöhe von etwa 12 Metern vor. „Wir würden gerne etwas höher gehen. Dadurch könnten wir mehr Bestände zentral unterbringen“, so der Chef-Archivar.

Hermann Kuhn wies auf die Bedeutung hin, die dem Archiv als Bewahrer der bremischen Geschichte zukommt: „Das Staatsarchiv ist der wesentliche Bewahrer des kulturellen Gedächtnisses. Wir müssen alles tun, um die Bestände zu sichern. Dabei ist die Digitalisierung der Bestände kein Allheilmittel. Denn auch das Digitale ist noch nicht für die Ewigkeit bestimmt. Papier ist immer noch geduldiger als Bits und Bytes. Und Papier braucht Platz.“

Karin Krusche, baupolitische Sprecherin der Grünen, regte an, die Bauhöhenbeschränkung für das Areal zu überdenken: „Wir wollen prüfen, ob es möglich ist, in diesem Fall eine Ausnahme bei der Bauhöhe zu machen. Dadurch könnten langfristig Kosten gespart werden, auch weil sich der Unterhalt für die externen Standorte verringern würde. Ein Bau, der sich gestalterisch in die Umgebung gut einfügt, kann auch ein Stockwerk mehr vertragen.“

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