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Interview

10. August 2010

Bedingungen für Planung des Cityresort beschlossen

Auf dem alten Campingplatz am Hochschulring ist ein Wellness- und Ferienpark mit Hotelanlage geplant. Das Projekt ‚Cityresort Bremen’ soll neue Besuchergruppen nach Bremen locken. Umstritten ist das Projekt vor allem, weil die Investoren es in einem wichtigen Naherholungsgebiet realisieren möchten. Die umweltpolitische Sprecherin Karin Mathes erläutert im Interview von Lotte Blumenberg die Position der grünen Fraktion zu dem Vorhaben.

Karin MathesWas hat die grüne Fraktion zum geplanten ‚Cityresort’ beschlossen?

Die Fraktion hat eine Konditionierung beschlossen. Sie hat klar gestellt, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit der Investor das Vorhaben überhaupt nur realisieren kann. Zuerst einmal ist es ja nur eine Ideenskizze, aus der ein tragfähiges Konzept entstehen muss, das zu Bremen passt. Wichtig ist, dass die Konkretisierung nicht von oben herab erfolgt, sondern alles soll in enger Abstimmung mit den Interessensgruppen vor Ort erfolgen, damit das Projekt für die Grünen zustimmungsfähig ist.

Welche Forderungen stellen die Grünen an die Investoren?

Wichtigste Voraussetzungen sind unter anderem die Sicherung der Uniwildnis als Landschaftsschutzgebiet sowie des angrenzenden Naturschutzgebiets und des Unisees, ein ganzheitliches Konzept aus Gastronomie, Übernachtung und Wellness, hohe ökologische Standards und eine landschaftliche Einpassung der Bauten, ein nachhaltiges Verkehrskonzept sowie ein breites Beteiligungsverfahren aller Interessensgruppen. Zudem muss die Realisierung des Vorhabens auch planerisch ein Ende der Westerweiterung des Technologieparks bedeuten (der vollständige Fraktionsbeschluss findet sich hier).

Die Uniwildnis, das dortige Naturschutzgebiet und der Unisee sind ein wichtiges Naherholungsgebiet. Es gibt bereits Kritik an dem geplanten Investitionsprojekt. Wieso sind die Grünen dennoch nicht prinzipiell gegen dieses Projekt?

Aus Sicht der Grünen sind drei Faktoren entscheidend: die touristische Attraktivität Bremens wird weiter gesteigert und das Gebiet am Unisee kann aufgewertet werden, Arbeitsplätze werden geschaffen und durch den Verkauf des Grundstücks nimmt Bremen 5 Mio. Euro ein. Gerade in Anbetracht der Haushaltslage Bremens muss die Stadt auch Einnahmen generieren.

Wie will die Fraktion sicherstellen, dass der Bau des Cityresorts tatsächlich nur stattfindet, wenn alle von den Grünen geforderten Bedingungen erfüllt sind?

Die Politik ist dafür da, alle Planungsvorgänge zu steuern. Als letzte Instanz entscheidet dann die Stadtbürgerschaft über den Bebauungsplan. Wenn der Investor also nicht allen Forderungen nachkommt, wird es für den Plan auch keine Mehrheit in den Fraktionen geben. Darüber hinaus werden wir dafür sorgen, dass alle Bedingungen rechtlich und vertraglich abgesichert werden. Das Naherholungsgebiet rund um den Unisee ist ein wichtiges und sensibles Gebiet für die BremerInnen und wir sind uns unserer Verantwortung bewusst.

Wie wollen die Grünen sich die Unterstützung der Akteure vor Ort - z.B. die Dauercamper auf dem alten Campingplatz und die Freunde der Uniwildnis - sichern?

Das Ziel ist es, einen Konsens über die genaue Ausgestaltung zu erreichen. Dafür wird ein „Projektbeirat“ gebildet, in dem alle Interessensgruppen vertreten sein werden. Gemeinsam soll dann die bestmögliche Lösung für Bremen gefunden werden.