Bündnis 90/Die Grünen - Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft

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Interview

8. Juli 2010

Mit wenigen Veränderungen das Klima besser schützen

Die Bürgerschaftsfraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN ist dem Club der Bremer Klimafreunde beigetreten. Sie verspricht damit noch mehr Kohlendioxid und Energie einzusparen. Die Fraktion arbeitet zwar schon längst klimafreundlich, doch Verbesserungen sind immer möglich. Dazu die energiepolitische Sprecherin Maike Schaefer im Interview.

Maike SchaeferFrau Schaefer, warum sind die Grünen dem Club der Klimafreunde beigetreten?

Uns Grünen ist Klimaschutz eine Herzensangelegenheit. Wir Grünen wollen aber nicht nur politische Vorgaben für mehr Klimaschutz machen, sondern auch mit gutem Beispiel vorangehen und selbst einen weiteren Beitrag zur CO2-Verringerung leisten. Klimaschutz in Bremen wird nur gelingen, wenn alle mitmachen. Wir Grüne sind als Fraktion dabei. Wir wollen zeigen, dass man mit wenigen vermeintlich kleinen Maßnahmen schon einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Wir hoffen, dass solche Mitmach-Projekte wie die Klimafreunde-Aktion die Menschen ermutigen, einen Klimaschutzbeitrag zu leisten. Wir hoffen, dass sie erkennen, dass man auf fossile Brennstoffe und die riskante Atomkraft verzichten kann, wenn alle mehr Energie einsparen. Mit mehr Energieeffizienz, Energieeinsparung und dem Ausbau der Erneuerbaren Energien kann man die Folgen des Klimawandels abmildern.

Was hat die Fraktion bisher für den Klimaschutz unternommen?

Da die Fraktion der Grünen sich schon bereits nach EMAS zertifizieren lassen hat, haben wir in dem Rahmen schon etliche Klimaschutzmaßnahmen bei uns umgesetzt: Wir haben einen Energiebeauftragten ernannt und eine Energieanalyse im Betrieb veranlasst. Zudem wurde ein Vorschlagswesen für Energieeinsparung eingerichtet und ein Maßnahmenplan für technische und organisatorische Umsetzungen erarbeitet. Wenn Dienstfahrten anfallen, dann nehmen wir natürlich eine Reiseoptimierung durch Routenplanung vor. Es gibt Jobtickets für die MitarbeiterInnen. Und wenn wir mal nicht auf ein Auto verzichten können, dann leihen wir uns ein Carsharing-Auto. Alle Kurierdienste werden von Fahrradkurieren ausgeführt.

In den Büros haben wir inzwischen alle Glühlampen durch Energiesparleuchten ersetzt und auf Schreibtischlampen umgestellt. Dabei war die Aufnahme bzw. Optimierung nach Messung der Beleuchtungskörper und benötigter Beleuchtungsstärken je Arbeitsfeld wichtig. Es versteht sich von selbst, dass wir überall nach Verlassen des Raumes das Licht ausmachen. Bei der politischen Arbeit fallen viel Papier und Ausdrucke an. Hier setzen wir seit langem alles um, um den Papierverbrauch zu minimieren und das Ausdrucken ressourcenschonend zu gewährleisten: vom doppelseitigen Ausdruck und der Nutzung von Fehldrucken als Schmierpapier über die Verwendung von ausschließlich 100%-Recycling- bzw. FSC-Papier bis zur Beschaffung von energiesparenden Druckern.

Auch die Arbeit an den Computern gestalten wir energieschonend: Wir vermeiden Stand-by durch abschaltbare Steckerleisten, die Rechner schalten bei Nichtnutzung nach 10 Minuten ab, das Energiemanagement an den Rechnern ist aktiviert. Inzwischen haben wir alle alten gegen neue energiearme Rechner ausgetauscht. Dabei haben wir den Energieverbrauch als Ausschreibungskriterium eingeführt. Auch die alten Röhrenmonitore wurden inzwischen durch TFT-Monitore ersetzt. Die Kühlung des Serverraumes wurde ermittelt und angepasst. Die anfallende Wärme wird zum Teil als Wärmeenergie zur Raumbeheizung genutzt.

Politische Veranstaltungen werden grundsätzlich von uns nur dort durchgeführt, wo die Räumlichkeiten bzw. Veranstaltungsorte mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Wenn wir mal ein Essen organisieren müssen, achten wir auf einen Caterer, der regionale und biologische Produkte verarbeitet. Und natürlich ist das ganze Informationsmaterial auf umweltfreundlichem Papier gedruckt.

Was haben sich die Grünen jetzt noch zusätzlich vorgenommen?

Wir wollen ein monatliches Energiecontrolling einführen. Der CO2-Fußabdruck des Betriebes soll aufgezeigt werden und ein Monitoring durchgeführt werden. Zudem wollen wir einen Maßnahmenplan zum Energiemanagement umsetzen. Wir finden den Veggiday sinnvoll und wollen ihn unterstützen, indem wir Abgeordnete mindestens einmal pro Woche fleischlos essen. Wenn neue elektronische Geräte angeschafft werden, werden wir nur Geräte mit höchster Energieeffizienzklasse kaufen. Zudem haben wir vor, für eine Außenkühlung des Serverraumes zu sorgen. Nicht vermeidbare Dienstreisen mit dem Flugzeug sollen ‚kompensiert‘ werden. Und natürlich werden wir bei uns nur Stoßlüften.

Zusätzliche Information