neues Homepage-LogoHeader

Bericht

25. Juni 2010

Klimastadt Bremerhaven

Grüne diskutierten über Zukunft des Tourismus in der Seestadt

Klimastadt BremerhavenDiskutierten über Stand und Perspektiven des Tourismus in Bremerhaven (v.l.): Lutz Natusch, Frank Willmann, Volker Kölling und Jens Grotelüschen. Wie sieht die Zukunft des Tourismus in Bremerhaven aus? Und wie könnte in einer Stadt, in der sich so vieles um das Thema „Klima“ dreht, ein nachhaltiger Tourismus gestaltet werden? Darüber diskutierten die Bremerhavener Bürgerschaftsabgeordneten Doris Hoch und Frank Willmann mit dem Inhaber des Havenhostels, Jens Grotelüschen, dem neuen Bremerhavener Tourismuschef Volker Kölling und Lutz Natusch von der Industrie- und Handelskammer (IHK).

Die Entwicklung des Tourismus in Bremerhaven sei eine kleine Erfolgsgeschichte, stellte Doris Hoch einleitend fest. Attraktionen wie Klima- und Auswandererhaus oder die „Sail“ würden immer mehr TouristInnen anziehen, die Übernachtungszahlen steigen. „Hält der positive Trend an?“, wollte Frank Willmann wissen.

Für die guten Zahlen im vergangenen Jahr hätten auch die vielen Beschäftigten gesorgt, die mit dem Bau des Klimahauses befasst waren, und in Hotels und Pensionen übernachteten, so Lutz Natusch. „Die guten Werte könnten jetzt nach Abschluss der Bauarbeiten wieder nach unten gehen“, so die Befürchtung des IHK-Tourismusexperten.

„Die Havenwelten haben uns nach vorne gebracht. Das Schaufenster Fischereihafen ist ein Magnet. Aber auch der Wesertunnel ist von großer Bedeutung, weil viele Menschen jetzt schneller und einfacher nach Bremerhaven kommen“, betonte Volker Kölling. Die Besucher- und Übernachtungszahlen stimmten ihn zuversichtlich. Die Entwicklungen sollten jetzt durch einen externen Gutachter genauer analysiert werden. Dann könnten konkrete Rückschlüsse gezogen werden, zum Beispiel, ob Bremerhaven weitere Hotels benötige. „Der Anfang ist gemacht, aber wir haben noch viel vor uns“, so der Tourismuschef.

Das Label „Klimastadt“ betrachtete Volker Kölling kritisch. „Eine Klimastadt benötigt ein Konzept, um sich glaubhaft darzustellen. Hier gibt es noch viel zu tun. Wir verkaufen Bremerhaven sonst als Lachs, obwohl wir eine Makrele sind“, so der Tourismusexperte. Ähnlich kritisch äußerte sich Lutz Natusch: „Allein wegen des Labels Klimastadt kommt keiner nach Bremerhaven.“ Wichtig sei vor allem ein attraktives Angebot vor Ort. Dazu gehörten zum Beispiel auch gute Shopping-Möglichkeiten. „Die Erfahrung zeigt: Wenn die Leute hier sind, gehen sie einkaufen. Ein gutes Angebot in diesem Bereich ist auch wichtig für die Vermarktung“, erklärte der IHK-Vertreter.

Ein nachhaltiger Tourismus fange schon bei den Verkehrsanbindungen an, so Frank Willmann:  „Wenn man das Klima schonen will, muss man dafür sorgen, dass klimafreundliche Verkehrsmittel wie Fahrrad, Bus und Bahn weiter gefördert werden müssen. Hier ist schon viel passiert, aber es gibt es noch Verbesserungsbedarf.“ Ähnlich sah das Volker Kölling und bemängelte vor allem den schleppenden Umbau des Hauptbahnhofs: „Da sieht es derzeit noch aus wie in der Tropfsteinhöhle. Das macht keinen guten Eindruck auf TouristInnen.“

Positiv bewerteten die Teilnehmer das Image der Seestadt. Jens Grotelüschen: „Bremerhaven ist bei Reiseveranstaltern deutschlandweit mittlerweile ganz vorne, das war früher nicht so. Wir sind weg von den Negativschlagzeilen. Das Erlebnis von Technik, Wasser und Wetter – das ist es, was Bremerhaven ausmacht und in Zukunft weiter prägen wird“, so der Inhaber des Havenhostels.

„Wir Grüne messen dem nachhaltigen Tourismus eine große Bedeutung bei“, stellte Frank Willmann abschließend fest. „Wir müssen uns jetzt verstärkt Gedanken darum machen, wie wir das Potenzial einer Klimastadt Bremerhaven in Zukunft richtig nutzen können. Insgesamt sind wir schon auf einem guten Weg“, so der Bremerhavener Abgeordnete.