Springe direkt zu: Contentbereich, Hauptnavigation, Suche
Sie sind hier:
Karin Mathes vor einem Bild der Deponie Grauer Wall in Bremerhaven (Fotomontage).Die Entsorgungsbestimmungen für die Bremerhavener Grauer Wall-Deponie sollen verschärft werden. Das sieht ein aktuelles Planfeststellungsverfahren vor. AnwohnerInnen befürchten dagegen Gesundheits- und Umweltbelastungen und fordern eine sofortige Schließung. Dazu äußert sich die umweltpolitische Sprecherin der Grünen, Karin Mathes, im Interview.
Entspricht die Deponie Grauer Wall neuesten Standards?
Für den Deponiestandort Grauer Wall liegt seit letztem Jahr endlich ein Konzept vor, das für mehr Umweltschutz sorgen soll. Der Untergrund des Deponiegeländes wird jetzt nach dem aktuellen Stand der Umwelttechnik abgedichtet. Diese Anpassung an das neue Deponierecht ist zwingend erforderlich. Zudem ist die ortsnahe Entsorgung am Standort Bremerhaven ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Damit werden Transportwege vermieden. Das schont Umwelt und Klima.
Welche Abfälle werden auf der Deponie entsorgt und wo kommen die her?
Entsorgt wird wie bisher Müll der Klassen 1 bis 3. Abfall der Klasse drei ist besonders überwachungsbedürftiger Abfall, der auch als Sondermüll bezeichnet wird. Das ist zum Beispiel Filterstaub aus der Bremerhavener Müllverbrennungsanlage. Die Abfallarten werden sich in Zukunft übrigens nicht ändern. Über 90 Prozent der Abfälle kommen aus Bremerhaven.
Geht von der Deponie eine Gefahr für die AnwohnerInnen aus?
Bisher haben wir keinen Grund zur Beanstandung gehabt. Grund- bzw. Oberflächenwasser wird nach unseren bisherigen Erkenntnissen nicht belastet. Das neue Deponierecht verschärft die Bestimmungen ganz eindeutig. Die Sicherheit für die Umwelt wird damit ganz klar erhöht. Dafür haben wir Grüne uns in den letzten Jahren immer eingesetzt. Unabhängige Gutachter haben bestätigt, dass die Deponie mit den beabsichtigten Verbesserungen dann dem geltenden Deponierecht entspricht. Wir wollen aber, dass die AnwohnerInnen mit ihren Sorgen ernst genommen werden. Dazu gehört, dass sie in Zukunft noch besser informiert werden.
Wird die Deponie erweitert? Steigt die Abfallmenge?
Die Grundfläche bleibt gleich. Der Müll wird lediglich in Form eines Daches aufgetürmt. Das ist vorgeschrieben, damit Regenwasser besser ablaufen kann. Dadurch kann sich die Halde an ihrer Spitze auf bis zu 52 Meter erhöhen. Die Restmenge an Müll, die noch auf der Deponie entsorgt werden darf, erhöht sich etwas, damit dieses Dach aufgefüllt werden kann. Statt ursprünglich 1,2 Millionen sind es dann 1,6 Millionen Kubikmeter, die abgelagert werden können.