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Bericht

21. Mai 2010

Grüne: Zusammenarbeit von Schulen mit Stadtbibliothek stärken

Online-Datenbank für Schüler beabsichtigt/Leseclub-Teilnahme soll im Zeugnis berücksichtigt werden

Besuch in der StadtbibliothekBibliotheksdirektorin Barbara Lison (l.) und Stellvertreter Erwin Miedtke überreichten den Abgeordneten Anja Stahmann und Karin Krusche rote Rosen zum Tag des BuchesDie Grünen unterstützen die Absicht der Stadtbibliothek, eine Online-Datenbank für Schulen aufzubauen. Außerdem setzen sie sich dafür ein, dass die Teilnahme am Sommerleseclub im Schulzeugnis berücksichtigt wird. Das haben die örtliche Bürgerschaftsabgeordnete Karin Krusche und die bildungspolitische Sprecherin Anja Stahmann bei einem Treffen mit Bibliotheksdirektorin Barbara Lison und ihrem Stellvertreter Erwin Miedtke signalisiert.

In einem ersten Schritt möchte die Stadtbibliothek ihre Online-Datenbank mit 12.000 Medien-Einheiten von der digitalen Schülerhilfe bis zum elektronischen Buch den Jugendlichen der Horner Oberschule an der Ronzelenstraße zugänglich machen. Der Vorteil für die Schüler: Mit einem Mausklick können sie schnell Wissenswertes für die Hausarbeit recherchieren oder sich auch mit Lesestoff für die Freizeit versorgen. Verläuft das Pilotprojekt erfolgreich, könnte die Online-Datenbank in einem eigenen Internetportal für alle Bremer Schulen zugänglich gemacht werden. „Selbstverständlich müssen jetzt zunächst die schwierigen Lizenzfragen geklärt werden. Da müssen Lösungen gefunden werden. Elektronische Medien spielen eine immer größere Rolle. Die Vorteile sollten die Schulen nutzen können. Das kommt dem Wissensschatz, der Leseförderung und der Medienkompetenz der Jugendlichen zugute. Wir wollen die Chance genutzt wissen, die Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek im Bildungsbereich zu verstärken“, betont Anja Stahmann.

Eine größere Bedeutung sollte nach Ansicht der Grünen auch das Leseclub-Zertifikat der Stadtbibliothek im Zeugnis erhalten. 500 Teilnehmer im Alter von 10 bis 16 Jahren hat der Sommerleseclub nach Angaben von Barbara Lison zuletzt verzeichnet. Fast 40 Prozent davon sind Jungen. Die Stadtbibliothek kauft dafür rund 3000 neue Bücher. Die Leseclub-Teilnehmer dürfen diese vorab nutzen. Erst danach gehen die Bücher in den allgemeinen Bibliotheksbestand über. „Der Sommerleseclub spornt die Jugendlichen zum Lesen an. Die Teilnahme sollte im Zeugnis vermerkt werden. Das kostet nichts, motiviert aber. Lesen ist ein Schlüssel zum Bildungserfolg. Die Berücksichtigung im Zeugnis würde das unterstreichen“, so Karin Krusche.

Die kulturpolitische Sprecherin der Grünen erkundigte sich im Gespräch mit der Bibliotheksleitung auch danach, wie die Sonntagsöffnungen angenommen werden. Die Stadtbibliothek darf jährlich an vier verkaufsoffenen Sonntagen und an zwei Sonntagen aus besonderem Anlass in den Stadtteilen öffnen. Die Sonntagsöffnung im April ist auf großes Interesse gestoßen: 850 Besucher in fünf Stunden verzeichnete die Stadtbibliothek. Dabei wurden rund 1600 Medien ausgeliehen und 1200 Medien zurückgebracht. Die Sonntagsöffnung ist damit laut Barbara Lison wirkungsvoller als manch andere Stunden in der Woche. „Einer generellen Sonntagsöffnung steht bisher das Bundesarbeitszeitgesetz entgegen. Dabei kommt sie gerade Eltern mit Kindern entgegen, die sonntags Zeit für einen Bibliotheksbesuch haben. Die Bibliothek ist ein wichtiger Bildungsort, dessen Nutzung am Sonntag ein Gewinn für die Bürger ist. Wir Grünen können uns vorstellen, dass die Stadtbibliothek in Zukunft wesentlich öfter sonntags öffnen darf. Dafür könnte die Bibliothek dann zum Beispiel am wenig genutzten Montagvormittag geschlossen bleiben. So käme auf die Beschäftigten keine zusätzliche Arbeitszeit zu“, unterstreicht Karin Krusche.