Bündnis 90/Die Grünen - Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft

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Bericht

1. März 2010

„Niemand kann alles, aber jeder ist in etwas gut“

Schulbesuch in Bremerhaven: Anja Stahmann, bildungspolitische Sprecherin der Bürgerschaftsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, und die grüne Stadtverordnete Sülmez Dogan informierten sich jüngst bei Schulleiter Michael Frost über die Integrative Stadtteilschule Lehe (ISL).

Zum Schuljahresbeginn 2008/2009 wurde die ISL als Bremerhavens erste gebundene Ganztags-Gesamtschule gegründet. Das Gebäude der ehemaligen Lessingschule wurde saniert, die alten, dunklen Schulräume hell und freundlich gestaltet.

Noch ist der Umbau nicht fertig. Doch schon jetzt wird deutlich: Hier ist etwas völlig Neues entstanden. Dafür sorgt vor allem das veränderte pädagogische Konzept. „Niemand kann alles, aber jeder ist in etwas gut. Nach diesem Motto fördern wir leistungsstarke und leistungsschwache Schülerinnen und Schüler individuell“, erklärte Schulleiter Michael Frost.

Zum neuen Konzept gehört, dass die LehrerInnen mindestens 10 Stunden in ihren Klassen unterrichten. „So kann ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen LehrerInnen und SchülerInnen aufgebaut werden“, machte Schulleiter Frost deutlich. Schulelternsprecher Joachim Veit pflichtete ihm bei: „Die Kinder fühlen sich hier gut aufgehoben. Sie werden ernst genommen und finden mit ihren Problemen Gehör.“

Viele Kinder kommen von der Astrid-Lindgren-Grundschule, mit der die ISL eng zusammenarbeitet. Ein Kollegium von 15 Lehrerinnen und Lehrern betreut die SchülerInnen, die die Schule nach der 10. Klasse mit dem erweiterten Hauptschulabschluss, dem Realschulabschluss oder der Berechtigung für die gymnasiale Oberstufe abschließen können. 

Bei besonderen Anliegen stehen den LehrerInnen auch SozialpädagogInnen zur Seite. „Wir setzen uns mit den Kindern und Jugendlichen zusammen, wenn es mal brennt. Mit den LehrerInnen arbeiten wir dabei Hand in Hand“, betonte Schul-Sozialpädagoge, Mehmet Dogan. Auch lernbehinderte Kinder werden an der ISL gezielt gefördert und gemeinsam mit nicht behinderten Kindern unterrichtet.

Vier für die Eltern verbindliche Beratungen finden im Schuljahr zusammen mit den Kindern statt. Dabei werden Vereinbarungen mit Schülern und Eltern getroffen, die sehr unterschiedliche Ziele haben können, z.B. pünktlich zum Unterricht zu erscheinen. Eine der vier Besprechungen findet dabei zu Hause statt. „Die Gespräche sind ein voller Erfolg. Sie werden von Eltern und Kindern gut angenommen“, berichtete Schulleiter Michael Frost. 

„Wir Grüne sind beeindruckt von dem, was hier an der ISL in kürzester Zeit geschaffen wurde“, betonte die Bürgerschaftsabgeordnete Anja Stahmann. „Die Umsetzung des hervorragenden pädagogischen Konzepts ist gelungen. Hier zeigt sich, wie Schule aussehen kann, wenn alle – Schüler, Eltern und PädagogInnen  – an einem Strang ziehen.“ Für die Zukunft wünschten sich Michael Frost und seine Stellvertreterin, Nicole Wind, noch mehr Zeit für die weitergehende konzeptionelle Arbeit. „Da bräuchten wir mehr Luft“, urteilten beide übereinstimmend.



   

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