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Die Grünen unterstützen den Betriebsrat von Beck's beim Kampf um den Erhalt von Arbeitsplätzen. Das hat Fraktionsvorsitzender Matthias Güldner bei einem Treffen am Freitag zugesagt. Er informierte sich zusammen mit dem Fraktionsvize Björn Fecker, der arbeitsmarktpolitischen Sprecherin Silvia Schön und dem wirtschaftspolitischen Sprecher Frank Willmann über die aktuelle Situation der Brauerei. Bekanntlich will InBev am Standort Bremen 262 Stellen streichen. "Beck's ist ein Aushängeschild für Bremen. Wir appellieren an die Konzernspitze, sich ihrer Verantwortung für die Beschäftigten zu stellen und ihre Pläne zu überdenken", erklärte Matthias Güldner im Anschluss an das Treffen.
Nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden Rainer Münz ist der Absatz zwar leicht zurückgegangen. Beck's sei aber nach wie vor ein profitables Unternehmen. Die Absatzeinbußen von 2,2 Prozent stünden in keinem Verhältnis zur geplanten Entlassungswelle. Der Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Dieter Nickel, wirft der Unternehmensführung vor, den Gewinn ohne Rücksicht auf die Beschäftigten maximieren zu wollen.
"Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen erheblich zum Erfolg dieser weltweit bekannten Marke bei. Sie dürfen auch in wirtschaftlich schwierigen Phasen nicht im Stich gelassen werden", betont der wirtschaftspolitische Sprecher Frank Willmann.
Bei dem Treffen ging es zudem um die negativen Auswirkungen von Leiharbeit und Outsourcing. Laut Betriebsratsvorsitzenden Rainer Münz hat InBev bereits Arbeitsplätze etwa im Bereich Pförtnerei oder Haustrunk-Ausgabe ausgelagert, um Kosten zu sparen. Der Einkauf erfolge jetzt schon z.T. von Indien aus. Weitere Bereiche könnten folgen, befürchtet der Betriebsrat. Leiharbeit werde oftmals nicht zum Auffangen von Auftragsspitzen eingesetzt, so NGG-Geschäftsführer Dieter Nickel, sondern zur Gewinnmaximierung.
Um den Missbrauch von Leiharbeit zu bekämpfen, hatten die Grünen zusammen mit ihrer Koalitionspartnerin eine Bundesratsinitiative gestartet. "Wir treten für gleichen Lohn bei gleicher Arbeit ein. Unsere Initiative sah vor, LeiharbeitnehmerInnen mit der Stammbelegschaft in punkto Entlohnung und Arbeitsbedingungen gleichzustellen. Ausnahmen sollten nur für drei Monate zulässig sein. Das ist ein wirksames Mittel gegen Lohndumping. Das ist aber an der schwarz-gelben Mehrheit in der Länderkammer gescheitert. Ebenso wie die von uns vorgeschlagene Mindestlohn-Regelung.Die hätte vielen Menschen geholfen, die trotz Arbeit ihren Lebensunterhalt nicht finanzieren können. Es ist beschämend, dass CDU und FDP dieses Problem nicht lösen wollen", so die arbeitsmarktpolitische Sprecherin Silvia Schön.