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Hinab geht's die steilen Treppen in den Bauch des Frachters: Im Maschinenraum befindet sich dort die Anlage zur Trennung von Öl und Wasser. Jürgen Braun, Umweltschutzkontrolleur der Wasserschutzpolizei Bremen, nimmt die Anlage genau unter die Lupe. Schließlich darf ölhaltiges Wasser nicht ins Meer eingeleitet werden. Werden das Altöl und der hochgiftige Ölschlamm richtig entsorgt? Ebenso der übrige Schiffsmüll? Werden die Abgasvorschriften eingehalten? Enthält der Schiffsanstrich noch verbotenes TBT? Bei diesem Schiff der Bremer Reederei Herm. Dauelsberg haben Jürgen Braun und sein Kollege Marc Lampe keinen Grund zur Beanstandung. Davon konnten sich auch die umweltpolitische Sprecherin Karin Mathes und der innenpolitische Sprecher Björn Fecker der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN überzeugen. Sie haben die Beamten bei der Kontrolle begleitet.
Bei ca. einem Fünftel der ankommenden Seeschiffe pro Jahr überprüft die Wasserschutzpolizei, ob die Vorschriften zur Verhütung von Meeresverschmutzung eingehalten werden. Bei rund 25 Prozent davon stellen die Kontrolleure zum Teil gravierende Mängel fest. Häufig sind es fahrlässige Delikte. "Oft sind so wenige Leute an Bord, dass sie mit der Einhaltung aller Vorschriften überfordert sind. Da macht sich der Kostendruck bemerkbar", erläutert Jürgen Braun. Wie der Umweltexperte der Wasserschutzpolizei festgestellt hat, gilt für Schiffe eine Maxime: Sie müssen in Betrieb sein. Andere Dinge, wie etwa der Umweltschutz seien für viele Reedereien aus kaufmännischer Sicht teures Beiwerk. Die schwarzen Schafe in der Branche leiten das Öl einfach ins Meer. Andere sorgen nicht umgehend für die nötige Reparatur von technischen Geräten, die dem Umweltschutz dienen.
Umso wichtiger sind die Kontrollen zum Schutz der Meere. "Bei allen notwendigen Kürzungen muss sichergestellt sein, dass die Umweltschutz-Kontrollen der Wasserschutzpolizei weiterhin aufrechterhalten werden", so der innenpolitische Sprecher Björn Fecker.
Die Bremer Wasserschutzpolizei würde auch gerne die Abfalltransporte im Seeverkehr kontrollieren. Doch dafür ist sie bislang nicht zuständig. Dabei haben sich illegale Mülltransporte nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe längst zu einem lukrativen Geschäft entwickelt. Giftiger Elektroschrott etwa muss hierzulande entsorgt werden. Um die hohen Kosten zu umgehen, werden alte Computer, Kühlschränke oder auch Fernseher aber als Handelsware deklariert. Und dann nach Afrika oder Ostasien verschifft. Dort müssen Kinder die alten Geräte ausschlachten, um an die kostbaren Edelmetalle heranzukommen. Und das unter Bedingungen, die die Gesundheit der Menschen gefährden und die Umwelt zerstören.
Die Grünen wollen dieses schmutzige Geschäft mit dem Müll bekämpfen. "Wir setzen uns für einen Weg ein, der zwingende und effektive Abfalltransport-Kontrollen ermöglicht. Wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um diesen Raubbau an der Gesundheit von Menschen und der Umwelt zu verhindern", betont die umweltpolitische Sprecherin Karin Mathes.