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Mehr Frauen sollen künftig wissenschaftliche Positionen an den Bremer Hochschulen besetzen. So sieht es die Novelle des Hochschulgesetzes vor. Wie der Frauenanteil erhöht werden kann, erklärt Silvia Schön, wissenschaftspolitische Sprecherin der Grünen, im Interview.
Gibt es eine wirkliche Chancengleichheit für Frauen im Wissenschaftsbetrieb?
Nein, bisher gibt es die nicht. Wir haben an der Uni Bremen zwar einen Frauenanteil von insgesamt 26 Prozent – damit schneiden wir im bundesweiten Vergleich sehr gut ab. Aber auf der europäischen Ebene sind wir weit abgeschlagen. Gerade in den Natur- und Ingenieurwissenschaften sind uns andere Länder weit voraus. Hier haben wir einen Bereich, den wir dringend verbessern müssen, um in einer wettbewerbsorientierten Wissenschaftslandschaft international mithalten zu können.
Warum ist der Frauenanteil so niedrig?
Zunächst machen Frauen und Männer mittlerweile gleichermaßen häufig ihren Master- oder Diplomabschluss. Erst danach geht die Schere auseinander. Es gibt viele Gründe, weshalb es Frauen bisher nicht gelungen ist, gleichermaßen wie Männer in die Professorenschaft vorzudringen. Ein großes Hindernis scheinen nach wie vor die diversen Männer-Seilschaften an den Hochschulen zu sein. Frauen haben es schwer, in diese männlich dominierten Strukturen vorzudringen.
Wie kann der Frauenanteil erhöht werden?
Wir wollen bei den Hochschulgremien anfangen. Damit mehr Frauen zum Zuge kommen, wird für die Berufungskommission eine Quotenregelung festgelegt. Frauen sollen in diesem wie auch in anderen Gremien dann mit 40 Prozent vertreten sein. In Niedersachsen zum Beispiel hat die Quotenregelung im Hochschulgesetz nachweislich zu einer Erhöhung des Frauenanteils geführt. Zusätzlich erhält die Frauenbeauftragte ein Sondervotum und soll künftig auch an allen Rektoratsentscheidungen beteiligt werden.
Außerhalb der Universitäten ist man da schon weiter.
Frauen haben einen anderen Blick auf Dinge als Männer. So haben viele internationale Unternehmen längst erkannt, dass gemischtgeschlechtliche Führungsetagen die besseren wirtschaftlichen Ergebnisse liefern. Das trifft auch auf die Wissenschaft zu. Angesichts der zunehmenden Konkurrenz um die besten Köpfe müssen endlich auch die Hochschulen das Potenzial von Frauen mehr nutzen und ihren Anteil gezielt steigern.