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Interview

21. August 2009

Bremerhaven bekommt Offshore-Trainingszentrum

Offshore-Windanlagen

Die Deputation für Wirtschaft und Häfen hat den Bau eines Offshore-Trainingszentrums in Bremerhaven beschlossen. Bis zu 300 MitarbeiterInnen von Windkraft-Unternehmen können künftig pro Jahr für ihren Einsatz auf See geschult werden. Die Details erläutert Frank Willmann, hafenpolitischer Sprecher der Grünen.

Wozu braucht Bremerhaven ein Offshore-Trainingszentrum?

Frank WillmannDie Windanlagen befinden sich auf hoher See und müssen regelmäßig gewartet werden. Helikopter bringen die TechnikerInnen, wenn es sein muss, zu jeder Tages- und Nachtzeit und bei Wind und Wetter zu den Offshore-Anlagen. Die Übergänge vom Heli auf das Windrad müssen dann perfekt sitzen. Sollte ein Hubschrauber abstürzen, muss die Crew wissen, wie sie sich retten kann. Außerdem muss die Bergung des Helis unter den Bedingungen der offenen See trainiert sein. Eine Offshore-Sicherheitsschulung ist für jedeN TechnikerIn vorgeschrieben, kann aber derzeit nur im dänischen Esbjerg durchgeführt werden. Warum sollte die Branche erst nach Dänemark reisen, wenn Bremerhaven schon jetzt ein ausgezeichneter Ort für den Windenergiesektor ist?

Das Trainingszentrum wird mit Geldern aus dem Konjunkturprogramm II finanziert. Langfristig sollen dort vier feste Arbeitsplätze entstehen. Das ist vor allem der CDU zu wenig.

Es geht doch bei den Konjunkturprogramm-Maßnahmen nicht um die Schaffung neuer Arbeitsplätze, sondern um die Stabilisierung der heimischen Wirtschaft, hier des Bauhandwerks. Das müsste die CDU in Bremen doch wissen. Wir bekommen nun die Chance, den Offshore-Bereich in Bremerhaven entscheidend zu bündeln: Von der Forschung über Entwicklung, Bau und Test bis zum Training. Je kompakter das Paket ist, umso eher zieht es die entscheidenden Firmen in der Branche nach Bremerhaven.

Das Zentrum soll auf dem Gelände der ehemaligen Handelshafen-Schleuse gebaut werden. Es gibt Befürchtungen, dass dadurch ein historisches Denkmal ruiniert wird.

Da fehlen mir nun ehrlich die Worte. Bei dem Standort handelt es sich um das ehemalige Dock von bremenports, das nun schon seit Ewigkeiten leer steht. Wenn  das als bloßes Anschauungsobjekt erhalten werden soll, muss mir mal jemand erklären, wer dann für den Unterhalt des Gebäudes aufkommt. Hier entsteht nachhaltig Neues, ohne Altes abzureißen.

 

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