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Die Bremer Künstlerin Silvia Brockfeld zeigt in der Ausstellung "memory" eine Auswahl aus einem mittlerweile mehr als 100-teiligen Zyklus kleinformatiger Malereien.
Die Beschäftigung mit der Serie nahm ihren Anfang bereits vor acht Jahren. Einem Skizzenbuch ähnlich entstehen die quadratischen Arbeiten sporadisch und immer parallel zu anderen Projekten der Künstlerin. Sie bilden einen Raum, der zum Experimentieren, zur Ideenentwicklung und zur Erprobung neuer Materialien und Darstellungsweisen dient.
Verschiedene Auswahlen aus den Arbeiten wurden bereits mehrfach in unterschiedlichen Anordnungen und Zusammenhängen installationsartig präsentiert, wodurch sich variierende szenische Erzählstrukturen ergaben. Als Motive sind figurative Darstellungen, Kleidungsstücke, Tiere, Landschaften, Alltagsgegenstände, oder abstrakte Farb- und Formspiele zu erkennen. Die ausschnitthaft angelegten, farbintensiven Kompositionen zeigen fragmentarische Details, die meist unklar und mehrdeutig sind und somit einen Assoziationsraum offen lassen. Das quadratische Format erinnert an Memory-Karten, doch im Gegensatz zum Spiel wiederholt sich in den Bildern selbst nichts, keines passt zum anderen. Die Betrachter können zu jedem einzelnen die Passung zu eigenen Geschichten und Vorstellungen suchen.
Die Malerei ist in Mischtechnik auf Nessel gearbeitet, der später auf quadratische MDF-Platten aufgezogen wurde. Silvia Brockfeld entwickelt ihre Bildmotive mit Hilfe unterschiedlicher Entwurfstechniken: Ältere Arbeiten wurden zerlegt und assoziativ weiterentwickelt, Fotoausschnitte am PC ausgewählt und verfremdet oder Formen tachistisch angelegt. Dabei spielt ein großer assoziativer Freiraum bei der Motiventwicklung eine konzeptbestimmende Rolle. Bildinhalte entwickeln sich oftmals erst während der malerischen Bearbeitung und werden prozesshaft in den größeren seriellen Zusammenhang eingefügt. Die Serie bewegt sich zwischen abstrakten und gegenständlich-figurativen Elementen. Die Motive sind fast alle ausschnitthaft angelegt, eine für die Malerei eher ungewöhnliche Perspektive, die auf Parallelen zu fotografischen oder filmischen Gestaltungsweisen schließen lässt.
Verbindlich ist eine narrative Struktur, die mit unterschiedlichen seriellen Anordnungen variiert. Die Chronologie der Bilder hat dabei keine Bedeutung. Sie soll keine Erzählung festlegen. In der Betrachtung muss die Reihenfolge nicht eingehalten werden, und die Darstellungsform soll Anreize geben, sie mit eigenen Erinnerungen, Erfahrungen, Filmszenen oder zu kleinen Situationsfragmenten und Geschichten zu verknüpfen.

Biografie
Silvia Brockfeld, Tel.: 0421/53 24 06 • mail: silvia-brockfeld@t-online.de
1963: geboren in Münster
1993-1998: Studium der Fächer Kunst und Sozialwissenschaften an der Universität Bremen
Kunstpädagogin an der Wilhelm Wagenfeld Schule, Fachoberschule für Gestaltung
Mitglied im Bund bildender KünstlerInnen
Einzelausstellungen (E)/Ausstellungsbeteiligungen:
1995
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2005
2007
2008
2009