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Interview

15. Juni 2009

Galopprennbahn: Bremen soll Subventionen einstellen

Die öffentliche Subventionierung der Bremer Galopprennbahn sorgt seit Jahren für Diskussionen. Dabei zeichnet sich jetzt eine einvernehmliche Lösung zwischen Stadt und Bremer Rennverein ab. Durch den Teilverkauf von Grundstücken könnte sich Bremen aller Verpflichtungen entledigen. Sollte eine Einigung nicht gelingen, könnte die Stadt die Verträge zum September dieses Jahres kündigen. Wie der Ausstieg aus der Subventionierung aussehen könnte, erläutert Klaus Möhle, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen, im Interview.

Warum gleicht die Stadt Bremen die finanziellen Verluste einer Galopprennbahn aus?

Die Stadt Bremen hat das Rennbahngelände an den Rennverein verpachtet. Probleme ergeben sich aus den Vereinbarungen, die die Stadt vor langer Zeit mit dem Verein getroffen hat. Da wurden komplizierte und langfristige Abkommen geschlossen. Teilweise mit Laufzeiten, die bis ins Jahr 2077 reichen. Bis zu 15 Verträge sorgen für die Subventionierung durch die Stadt, die die Galopprennbahn mit rund einer Million Euro im Jahr bezuschusst. Hinzu kommen Gelder für die Grünpflege des Trainingszentrums Mahndorf, die mit ungefähr 145.000 Euro zu Buche schlägt. Der Verein ist auf die Gelder angewiesen, weil er mit den Rennen zu wenig erwirtschaftet. Die komplizierten Verträge kosten die Stadt also unnötig Geld – Geld, das man anderweitig dringend benötigt.

Eine einseitige Kündigung der Verträge durch die Stadt könnte unter Umständen sehr teuer werden.

Die Grünen sind ganz klar für eine einvernehmliche Lösung. Niemandem ist daran gelegen, die Angelegenheit vor Gericht auszutragen. Aber, um das mal ganz deutlich zu sagen: Wenn jetzt nichts passiert, dann wird die Stadt zum 3. September dieses Jahres die Verträge kündigen. Günstig wäre das in keinem Fall, obwohl die 16 Millionen Euro, die als Schadenersatz an den Rennverein im Raum stehen, wohl zu hoch gegriffen sind.

Wie könnte eine einvernehmliche Lösung aussehen?

Eine Möglichkeit bestünde in dem Verkauf von Teilen des Rennbahngeländes. Der Erlös würde die finanzielle Verpflichtung aus den bis 2009 laufenden Verträgen und eine einmalige Bezuschussung decken. Nach derzeitigen Erkenntnissen könnte sich die Gesamtsumme, die die Stadt an den Rennverein zahlen müsste, auf circa 2 Millionen Euro belaufen. Das muss dann aber auch langen. Mehr geht nicht. Im Gegenzug bräuchte der Verein dann nur noch 6 anstatt der vertraglich festgelegten 9 Rennen pro Jahr veranstalten. Wobei das dann auch richtige Rennen sein müssen. Da dürfen nicht irgendwelche alten Brauereipferde um die Bahn gejagt werden. Der Rennverein könnte mit weniger Rennen jedenfalls Kosten sparen. Genau diese Lösung wird derzeit vom Finanzressort geprüft. Das Ziel ist ganz klar: Die Stadt muss dauerhaft raus aus den Verträgen und zwar zu günstigen Konditionen. Auch die Bürgerinnen und Bürger haben für die Subventionierung der Rennbahn schon lange kein Verständnis mehr.

Ein Ausstieg aus den Verträgen würde demnach aber auch Geld kosten?

Wenn die Vertragspartner eine vernünftige Lösung finden, ist die finanzielle Last eines Ausstiegs geringer als ein Forbestand der Subventionierung. Derzeit deutet alles auf eine zufriedenstellende Lösung hin.

 

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