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"Die präventiven Hausbesuche bei alten Menschen werden sicherlich erfolgreich sein", so Dirk Schmidtmann, altenpolitischer Sprecher der grünen Bürgerschaftsfraktion, bei einem Besuch im Dienstleistungszentrum Obervieland. Dort informierte er sich gemeinsam mit dem Altenpolitischen Arbeitskreis von Bündnis 90/DIE GRÜNEN über die ersten Schritte des gerade angelaufenen Modellprojekts. Das Projekt soll alte Menschen dabei unterstützen, so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung selbstständig zu leben.
"Oft lassen im Alter die Kräfte nach und der Alltag wird nicht mehr so wie früher bewältigt. Dann sind vielleicht bestimmte Hilfestellungen erforderlich, über die wir gerne informieren und die wir vermitteln können", berichtete Ilona Schultz-Kullik, die Projektleiterin. "Wir möchten gerne gemeinsam mit den alten Menschen, die diesen Wunsch haben, Wege und Möglichkeiten entwickeln, wie und wo Unterstützung zu erhalten ist. Manchmal fehlt auch nur eine bestimmte Information - und die Menschen kümmern sich dann selber weiter", erläuterte die Projektleiterin.
Die – selbstverständlich kostenlosen - Hausbesuche sollen alte Bremerinnen und Bremer rechtzeitig dabei unterstützen, ihre individuellen Probleme zu erkennen und ihnen passgenaue Hilfen vermitteln. Das Ziel: SeniorInnen sollen möglichst lange in ihrer Wohnung leben können und mobil bleiben. So kann der Aufenthalt in Pflegeheimen um Jahre verschoben oder sogar ganz vermieden werden. "Das Projekt trägt dazu bei, dass Menschen bis ins hohe Alter selbstbestimmt in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können. Die Hausbesuche wirken außerdem der Vereinsamung entgegen. Das ist für die Lebensqualität alter Menschen wichtig", betonte Dirk Schmidtmann.
Auch Beate Brokmann, Leiterin des Dienstleistungszentrums und langjährige Unterstützerin dieses Projektes der aufsuchenden Altenarbeit, ist überzeugt, dass hier eine große Lücke bei der Unterstützung alter Menschen geschlossen wird: "In der Vergangenheit konnten wir oft nicht so rechtzeitig Unterstützung geben, wie dies nötig gewesen wäre. Auf Menschen zugehen, sich bekannt machen und wechselseitiges Vertrauen aufbauen - dies ist nun endlich möglich", freut sich Beate Brokmann. Sie hofft zugleich, das Projekt schnellstmöglich im ganzen Stadtteil bekannt zu machen. Dann werde auch niemand mehr Scheu haben, im Fall des Unterstützungsbedarfs ganz selbstverständlich auf den Sachverstand von Ilona Schulz-Kullik zu vertrauen.
Neben Obervieland gibt es seit Ende vergangenen Jahres ein weiteres Modellprojekt für aufsuchende Altenarbeit beim Haus der Familie in Hemelingen. Seit April bietet das Evangelische Bildungswerk eine Fortbildung für beide Projekte an. Hier werden Ehrenamtliche geschult, die dann eingesetzt werden, wenn ältere Menschen regelmäßig besucht werden möchten. Das ist besonders wichtig, um wieder soziale Kontakte herzustellen oder zu fördern, Isolation ist ja meistens ein schleichender Prozess.
"Für den sozialen Zusammenhalt ist aus unserer Sicht auch ein wichtiger Punkt, dass ältere Migrantinnen und Migranten in das Modellprojekt einbezogen werden", so Dirk Schmidtmann.